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Pressemitteilung: 06.11.2017 09:50
Themenbereich:  [Kultur] 

Piffrader-Relief: Vom faschistischen Denkmal zum Mahnmal (mit Link zu den downloads Bilder + Interviews)

Die Lichtinstallation wurde gestern erstmals erleuchtet (Bild: , 944 Kilobyte, 2256 x 1301 pixel)

Die Lichtinstallation wurde gestern erstmals erleuchtet

 
Am Gerichtsplatz in Bozen wurde gestern mit einer schlichten Feier und im Beisein von 300 Personen die Lichtinstallation am Mussolini-Relief erstmals erleuchtet.

Am gestrigen Abend wurde am Bozner Gerichtsplatz mit einer Schweigeminute die Installation am Piffrader-Relief, das den Diktator Mussolini hoch zu Ross zeigt, erstmals erleuchtet. Der schlichten Feier, die ohne offizielle Ansprachen abgehalten wurde, folgten etwa 300 Personen. Es wurde das Leiden und die Opfer in Erinnerung gerufen, das sämtliche totalitäre Regime in vielen Ländern verursacht haben.

Das Relief am Finanzgebäude in Bozen war als "Haus des Faschismus" nach den Plänen der Architekten Paolo Rossi und Luis Plattner errichtet und 1942 fertiggestellt worden. An der Stirnseite befindet sich das monumentale Relief des Klausener Künstlers Hans Piffraders, das den Leitspruch der italienischen Faschisten "Credere, obbedire, combattere" ("Glauben, gehorchen, kämpfen") wiedergibt. Auf der Grundlage eines vom Land Südtirol 2011 ausgelobten Ideenwettbewerbs wurde das Relief nun neu gestaltet. Unter knapp 500 Vorschlägen entschied sich die Jury für das Projekt der beiden Künstler Arnold Holzknecht und Michele Bernardi. Sie wollen mit ihrem Projekt und der Lichtschrift mit dem Zitat von Hannah Arendt das faschistische Relief umdeuten. Diese Neugestaltung und Umdeutung des Denkmals wurde heute gefeiert. Jugendliche der drei Sprachgruppen rezitierten bei der Feier am Gerichtsplatz Passagen aus "Schöne Welt, böse Leut" von Claus Gatterer, aus "Unvergessen" von Franz Thaler, aus "Se questo è un uomo" von Primo Levi sowie das Hannah-Arendt-Zitat, das nun vor dem Relief leuchtet. Nach einer Schweigeminute wurde vor dem Hintergrund der Klänge des Haydn-Orchesters der Schriftzug illuminiert. Am Gerichtsplatz steht nun zudem eine Stele mit Informationen zu Denkmal und Geschichte.

Nach der Einrichtung des Museums am Siegesdenkmal sei mit der Lichtinstallation am monumentalen Mussolini-Relief des Südtiroler Bildhauers Hans Piffrader ein weiterer Meilenstein für eine gemeinsame und verbindende Aufarbeitung der Geschichte Südtirols gesetzt worden. Die jüdisch-deutsche Intellektuelle Hannah Arendt fordert dazu auf, an die Stelle des blinden Gehorsams die freie, bewusste Entscheidung zu stellen, die auf Verantwortungsbewusstsein aufbaut und schließt den blinden Gehorsam als Rechtfertigung aus."
Die Umwandlung des faschistischen Denkmals in ein Mahnmal solle dem Vergessen vorbeugen. Die Geschichte solle Wegweiser sein.


Aufnahmen zur Erleuchtung der Lichtinstallation.mov

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https://we.tl/Tb2Wvmk0sO

INTV Renzo Caramaschi 1 2 IT.mov
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https://we.tl/8A2IMsuhcH

INTV Renzo Caramaschi 1 2 DE.mov
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https://we.tl/9bH4R7eoM1


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" Renzo Caramaschi "
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(pr)
 
Bürgermeister Caramaschi (Bild: , 756 Kilobyte, 2068 x 1496 pixel)

Bürgermeister Caramaschi

Installation am Gerichtsplatz (Bild: , 978 Kilobyte, 2256 x 1496 pixel)

Installation am Gerichtsplatz

 
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