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Pressemitteilung: 13.06.2013 11:26
Themenbereich:  [Kultur]  [Sonstiges] 

Passage zum Museion nach May Hofer benannt

Benennung (Bild: , 558 Kilobyte, 1936 x 1296 pixel)

Benennung

 
Bürgermeister: Nicht nur eine wichtige Künstlerin sondern auch eine Symbolfigur

Mit einer Feierstunde wurde heute mittag die Passage, die von der Roministraße zum Museion führt, nach der im Jahr 2000 verstorbenen Künstlerin May Hofer benannt.

"Sie war eine bedeutende Künstlerin ist aber auch eine Symbolfigur für die Stadt Bozen", sagte Bürgermeister Luigi Spagnolli in seiner Ansprache, "denn May Hofer haben die Wege ihres Lebens nach Bozen gebracht, und sie ist hier heimisch geworden und hat unserer Stadt auch frischen Wind gebracht". Außerdem habe sie, so Vizebürgermeister Klaus Ladinser drei Jahrhunderte erlebt (sie wurde am 8. September 1896 geboren), und Bozen erinnere sich gerne an sie.

Ihre Enkelin, die Gemeinderätin Syliva Hofer hielt eine Ansprache, in welcher sie an ihre Omi erinnerte, die in Chybi bei Krakau geboren wurde und welche die Liebe nach Bozen verschlagen hat, das sie trotz seiner Enge liebte.

Sylvia Hofer betonte, dass mit dieser Straßenbenennung die erfreuliche Reihe jener Benennungen fortgesetzt werde, welche Frauen gewidmet sind, eine Initiative, die einst von den Gemeinderätinnen Bozen ausgegangen ist. Nach Annette Menz ist beispielsweise ein Durchgang zu den Lauben benannt, nach Maria Delago ein Platz im Zentrum, und nach Anita PIhcler ist jener Platz benannt, der im neuen Stadtviertel Kaiserau entsteht.

Es freue sie besonders, so Hofer, dass Bozen nun ein sichtbares Erinnerungszeichen an May Hofer hat, etwas, das bleibt und das damit der Erinnerung auf die Sprünge hilft.

Zur Bennennung waren nicht nur die Familienmitglieder von May Hofer gekommen sondern auch Weggefährten der Künstlerin wie Markus Vallazza, Sieglinde Tatz Borgogno, aber auch Martina Varesco, welche der Künstlerin im Alter (sie war erblindet) die Augen ersetzt hat. Aus dieser Zeit stammt auch das Bild "Laterne", das in verkleinerter Version unter dem neuen Straßenschild angebracht war.

Mit dabei auch zahlreiche Stadtratsmitglieder, neben Bürgermeister und Vizebürgermeister waren dies die Stadträtinnen Patrizia Trincanato, Judith Kofler Peintner und Maria Chiara Pasquali, GemeinderatspolitikerInnen, StadtviertelrätInnen, Landespolitikerinnen, aber auch die Welt der Kunst war stark vertreten, allen voran die Direktorin des Museion Letizia Ragaglia, aber auch KunstliebhaberInnen, Sammler, Galeristen.

Eine umfassende Biografie hat Sylvia Hofer für das mehrsprachige Internetportal fembio und für die Publikation "Frauen an der Grenze" (Hintner/Trevisan) verfasst. Auszüge daraus: 

"May Hofer, geboren in Chybi bei Krakau am 8. September 1896,gestorben am 3. Mai 2000 in Bozen,Südtiroler Künstlerin (Emailleurin)

Als Kind der Donaumonarchie verschlug es May schon in jungen Jahren - nach dem frühen Tod des Vaters 1909 - nach Pola zu den Brüdern ihrer Mutter, die dort als Marineoffiziere stationiert waren. Hier erlebte sie die Eleganz des Kaiserreiches in den letzten Jahren, die sie bis an ihr Lebensende prägen sollte.

Erfüllt von dem Drang, etwas selbst zu schaffen, übersiedelte May während des Ersten Weltkrieges nach Wien, wo sie drei Jahre die Akademie für angewandte Kunst besuchte. Sie belegte die Kurse von Rosalie Rothansls (Gewebe) und Eduard Wimmer-Wisgrills (Modeskizzen). Hier lernte sie ihren späteren Mann, den Maler und Architekten Anton Hofer kennen, der ein anerkannter Künstler an der Akademie war. Als sie 1919 heirateten, beschloss er, zurück in seine Heimat nach Bozen zu kehren.

Ab 1964 nahm die Künstlerin an zahlreichen Ausstellungen in Italien und im Ausland teil. Vor allem ihre Paneele aus Stoffmosaik lösten große Bewunderung aus: »Dorf meiner Heimat« (1950), das an ihren Geburtsort erinnert; »Hahn kündigt den Morgen an« (1961) und die »Versunkene Stadt« (1968) das von der Bozner Sparkasse erworben wurde. Das Wiener Museum für Angewandte Kunst kaufte ihren »Schöpfungszyklus«, ein textiles Mosaik in drei Abschnitten von jeweils 65 x 65 cm (1969).

Am 8. Juli 1988 wurde ihr das Ehrenkreuz der Republik Österreich für ihre Verdienste im Bereich der Wissenschaft und der Kunst verliehen.

In den letzten Jahren entstanden in Emaille die Tabernakel für das Jesuheim in Girlan und das Altenheim in Kastelruth, für das sie auch eine Pietà schuf, weiters das Emaillebild »Der gute Hirte« für das Völser Schwesternheim. Ihre späten Bildteppiche »Der Turm von Babel« (1995), »Der Fund der Dame von Elche« (1990) und »Die Königin von Saba« (1990) fanden große Beachtung.

May Hofer starb am 3. Mai 2000 in Bozen im Alter von 103 Jahren."

 

(rm)
 
Laterne (Bild: , 652 Kilobyte, 1936 x 1296 pixel)

Laterne

Enthüllung (Bild: , 570 Kilobyte, 1296 x 1936 pixel)

Enthüllung

Enthüllung2 (Bild: , 547 Kilobyte, 1296 x 1936 pixel)

Enthüllung2

Vorher (Bild: , 709 Kilobyte, 1936 x 1296 pixel)

Vorher

Sylvia Hofer mit Bürgermeister und Vizebürgermeister (Bild: , 565 Kilobyte, 1936 x 1296 pixel)

Sylvia Hofer mit Bürgermeister und Vizebürgermeister

Gäste (Bild: , 656 Kilobyte, 1936 x 1296 pixel)

Gäste

Ansprache (Bild: , 652 Kilobyte, 1936 x 1296 pixel)

Ansprache

Sieglinde Tatz-Borgono (Bild: , 681 Kilobyte, 1936 x 1296 pixel)

Sieglinde Tatz-Borgono

Vallazza, Varesco (Bild: , 651 Kilobyte, 1936 x 1296 pixel)

Vallazza, Varesco

Sohn, Schwiegertochter, Enkelin (Bild: , 363 Kilobyte, 1339 x 1138 pixel)

Sohn, Schwiegertochter, Enkelin

May-Hofer-Passage (Bild: , 564 Kilobyte, 1936 x 1296 pixel)

May-Hofer-Passage

May Hofer (Bild: , 526 Kilobyte, 1487 x 3562 pixel)

May Hofer

May Hofer (Bild: , 1,084 Kilobyte, 2386 x 3519 pixel)

May Hofer

 
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