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Pressemitteilung: 17.01.2020 14:54
Themenbereich:  [Kultur]  [Veranstaltungen]  [Sonstiges] 

Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust – 27. Januar 2020

Vorstellung der Veranstaltungen zum Tag des Gedenkens  (Bild: jpg, 1,176 Kilobyte, 2082 x 1459 pixel)

Vorstellung der Veranstaltungen zum Tag des Gedenkens

 
Auch Bozen begeht diesen Gedenktag mit einer Reihe von Veranstaltungen.

Der internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust, der jedes Jahr am 27. Januar begangen wird, wurde 2005 von den Vereinten Nationen zum Gedenken an den Holocaust und den 60. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau eingeführt. Auch Bozen begeht diesen Gedenktag mit einer Reihe von Veranstaltungen.

Der Bürgermeister Renzo Caramachi  hat anlässlich der Vorstellung der Veranstaltungen zum Tag des Gedenkens erklärt, dass "es die moralische, ethische, politische und soziale Pflicht unserer Gesellschaft mit Demokratieverständnis ist, diese schrecklichen Ereignisse nicht zu vergessen. Die Gesellschaft muss gemeinsam gegen das besorgniserregende Wiedererstarken von nationalsozialistischem und faschistischem Gedankengut auftreten, das auch in unserem Staat feststellbar ist. Der Tag des Gedenkens ist ein Moment des Innehaltens, der Reflexion und des Respekts gegenüber den vielen Menschen, die die faschistischen Ideen mit ihrem Leben bezahlt haben. Mit dem NS-Durchgangslager war auch Bozen Teil dieses grausamen Plans und hat dafür teuer bezahlt. Wir müssen daher alles unternehmen, vor allem mit den Jugendlichen, um jegliche Form von Rassismus und Antisemitismus zu bekämpfen, denn sie gehören nicht zu unserer Gesellschaft. Ich wünsche mir, dass der Mensch in seinem Werden neben dem technischen Fortschritt auch die "philosophische" Gabe hat, die Essenz seines Wesens zu erfassen und sie zu respektieren."

Die offiziellen Gedenkfeiern finden in Bozen am Montag, 27. Januar statt: Sie beginnen um 10.15 Uhr mit der Kranzniederlegung an der Mauer des NS-Durchgangslagers in der Reschenstraße Nr. 80 in Erinnerung an die Deportierten des Lagers und die Sinti, die Opfer des Holocaust geworden sind. Um 11.00 Uhr erfolgt die Kranzniederlegung an der Gedenkstätte für die jüdischen Mitbürger/innen am Jüdischen Friedhof in Oberau mit Gebeten eines Vertreters der Jüdischen Gemeinde, um 11.15 Uhr Kranzniederlegung an der Gedenkstätte für Manlio Longon am städtischen Friedhof in Oberau und schließlich um 11.45 Uhr die Gedenkfeier an der Gedenkstätte der Deportation in der Pacinottistraße. Eine Gruppe von Jugendlichen des Jugendzentrums Villa delle Rose, die erst kürzlich mit dem "Zug der Erinnerung" das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau besichtigt hat, umrahmt die Gedenkfeiern mit Texten, Liedern und Musikstücken.

Die Abteilung für Kultur der Stadtgemeinde Bozen hat zum Tag des Gedenkens verschiedene Veranstaltungen geplant: Am Infopoint des Stadtarchivs kann bis zum 31.01. der restaurierte blaue Overall eines ehemaligen Lagerinsassen besichtigt werden. Dieses Kleidungsstück ist auch das Objekt des Monats des Stadtarchivs. Auf der Webseite des Stadtarchivs können zudem die Tagebücher von Loris Musy heruntergeladen werden. In der Stadtbibliothek werden drei Neuerscheinungen vorgestellt: am 22.01. um 18.00 Uhr "Alessandro Canestrari: gli affetti, la resistenza, la politica" von Fiorenza Canestrari; am 20.01. um 18.00 Uhr "Il Lager di Bolzano: dall'oblio alla memoria viva", herausgegeben vom ANPI Bozen, und am 19.02. um 18.00 Uhr "Salonicco 1943: agonia e morte della Gerusalemme dei Balcani" von Nico Pirozzi.

Das Verkehrsamt der Stadt Bozen organisiert am 27. Januar Führungen zu den Stätten der Deportation in Bozen. Um 10.30 Uhr findet eine Führung zu den Stolpersteinen statt, die an die Menschen und Familien erinnern, die Opfer des Holocaust wurden. Von 14.00 bis 17.00 Uhr gibt es alle 30 Minuten Führungen im NS-Durchgangslager in der Reschenstraße und an den Gedenkstätten neben der Kirche Pius X., an der Mauer des Lanciawerks in Oberau und im Mignonepark. Im Foyer des Verkehrsamtes liest Sandra Passarello aus dem Tagebuch und den Briefen von Etty Hillesum, und Michael Lösch begleitet die Lesung am Klavier. Es handelt sich um eine verkürzte Ausgabe der Lesung, die am 30.01. im Teatro Cristallo auf die Bühne gebracht wird.

Im Kulturzentrum Trevi organisiert das ANPI am 27. Januar um 18.00 Uhr in Zusammenarbeit mit der Bibliothek Claudia Augusta die Filmvorführung "Resistenza Widerstand" (Regie Franz Oberkofler und wissenschaftliche Beratung Leopold Steurer und Carlo Romeo). In der Freien Universität Bozen wird am 01.02. um 17.00 Uhr das Theaterstück von Peter Weiss, "L'istruttoria", aufgeführt (Regie Flora Sarrubbo).
Im Stadttheater von Gries wird im Auftrag des Friedenszentrums das Stück "Il ghetto di Varsavia visto attraverso gli occhi di un bambino" aufgeführt (29.01., 20.30 Uhr). Das Theaterstück ist Teil des Programms des Remember Festival, welches das Jugendzentrum Villa delle Rose und der Verein La Strada Der Weg organisieren und das sich über 3 Tage erstreckt. Weitere Veranstaltungen des Festivals sind das Konzert im Bunker der Oberschule ITC Battisti (28.01., 10.00 Uhr) und der Vortrag von Matteo Marani von Sky Sport über das Leben von Arpad Weisz (29.01., Realgymnasium G. Toniolo).

Im Teatro Cristallo finden drei Veranstaltungen statt: Lella Costa bringt das Stück "Se non posso ballare..." auf die Bühne, für das sie sich von Serena Dandinis Stück "Il catalogo delle donne valorose", einer Hommage an Hannah Arendt, Anna Frank und Edith Stein, inspirieren ließ (Regie Serena Sinigaglia). In der Fotoausstellung "Present traces of a Past Existence: a photographic research" versucht die Fotografin Lucrezia Zanardi, den Orten und Empfindungen im Tagebuch von Etty Hillesum nachzuspüren (Eröffnung am 27.01. um 18.00 Uhr). Am 30.01. um 21.00 Uhr steht Sandra Passarello auf der Bühne, am Klavier begleitet von Michael Lösch, und liest aus dem Tagebuch und den Briefen von Etty Hillesum ("Diario 1941-1943 Ester (Etty) Hillesum").

Der Filmclub zeigt "Chi scriverà la nostra storia", einen Film über das Leben von Emanuel Ringelblum, mit seltenen Zeugnissen aus dem Archiv von Oyneg Shabes (30.01., 20.30 Uhr). Für die Schulen wird der Film "Anne Frank. Vite Parallele" gezeigt (27.01., 10.30 Uhr)

Im Bürgerzentrum Europa Neustift findet am 30.01. ein Diskussionsabend mit dem Historiker Giorgio Mezzalira und Ubaldo Bacchiega und Andreas Unterkircher vom Verein Centaurus statt.

Der Verein Nevodrom organisiert im Festsaal der Gemeinde Bozen eine Tagung über die Verfolgung der Sinti und Rom (25.01., 09.00 - 13.00 Uhr). Die Tagung steht allen Interessierten offen.

Auf Einladung des Club Soroptimist aus Bozen referiert die bekannte Historikerin Rosanna Pruccoli im Kulturzentrum Trevi zum Thema "Imprenditori, medici, intellettuali, scrittori ebrei a Merano, 1832-1914. Una passeggiata per immagini (29.01., 18.00 Uhr).

Der FAI organisiert unter der Leitung von Carla Giacomozzi eine Führung durch die Passage der Erinnerung mit dem Titel "Per non dimenticare" (05.02., 15.00 Uhr).

 

 

(mp)

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Vorstellung (Bild: jpg, 1,144 Kilobyte, 2208 x 1237 pixel)

Vorstellung

Tag des Gedenkens (Bild: jpg, 109 Kilobyte, 1200 x 800 pixel)

Tag des Gedenkens

Einladung (Bild: jpg, 93 Kilobyte, 604 x 848 pixel)

Einladung

 
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