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Der Superbonus von 110%

Allgemeine Informationen

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Die italienische Regierung hat mit dem Gesetzesdekret "Rilancio" den Superbonus von 110% eingeführt. Es handelt sich um eine Steuererleichterung in Höhe von 110% für Arbeiten in Kondominien oder Einfamilienhäusern, bei denen Maßnahmen zur energetischen Sanierung und/oder zur Erdbebensicherheit verwirklicht werden.
Die Sanierungsarbeiten müssen zwischen dem 01. Juli 2020 und dem 31. Dezember 2022 durchgeführt werden.
Der Superbonus von 110% ist eine zusätzliche Steuererleichterung zu den bereits bestehenden Steuerabzügen für die Sanierung von Bausubstanz, z.B. für die Verringerung des Erdbebenrisikos ("Sismabonus") und die energetische Sanierung von Gebäuden ("Ecobonus").

Der Superbonus von 110% ist für folgende primäre Maßnahmen ("interventi trainanti") vorgesehen:

  • Dämmung von Gebäuden (vertikale, horizontale oder geneigte, opake Oberflächen), die mindestens 25% der Brutto-Gebäudehülle betrifft.
    Der Steuerabzug wird je nach Anzahl der Baueinheiten im Gebäude unterschiedlich berechnet: 50.000 Euro für Einfamilienhäuser oder Baueinheiten, die funktional unabhängig sind; 40.000 Euro, multipliziert mit der Anzahl der Baueinheiten, für Gebäude bestehend aus 2 bis 8 Baueinheiten; 30.000 Euro, multipliziert mit der Anzahl der Baueinheiten, für Gebäude mit mehr als 8 Baueinheiten. Das bedeutet, dass zum Beispiel bei einem Gebäude mit 15 Baueinheiten der maximale Steuerabzug 530.000 Euro ist (40.000 Euro x 8 + 30.000 x 7).
    Die größere Dicke der Außenwände und der oberen und unteren Abschlusselemente wird nicht bei der Berechnung der Bauvolumen, der Höhen, der Oberflächen und des Überbauungsverhältnisses berücksichtigt. Innerhalb der oben erwähnten größeren Dicke ist die Abweichung von den Mindestabständen zwischen Gebäuden, von den Eigentumsgrenzen, von den Bannstreifen von Straßen und Bahngeleisen und von der maximalen Höhe der Gebäude zulässig. Bei den Abweichungen müssen die Mindestabstände laut ZGB beachtet werden. [DLH 15.03.2021 n.8]
     
  • Eingriffe an den Gemeinschaftsteilen der Gebäude, um bestehende Heizanlagen durch Zentralheizungs-, Abkühlungs- und Warmwasserversorgungssysteme zu ersetzen, die ausgestattet sind mit:
    • Brennwertkessel der Energieklasse A gemäß EU-Verordnung Nr. 811/2013 vom 18. Februar 2013;
    • Wärmepumpen mit hoher Leistung und eventuell mit geothermischen Sonden;
    • Hybride Systeme bestehend aus einer integrierten Wärmepumpe mit Brennwertkessel, die als Ganzes geliefert werden und denen die Erklärung des Herstellers beiliegt, dass sie in Kombination verwendet werden;
    • Mikro-Kraft-Wärme-Koppelungssysteme, durch die eine Einsparung an Primärenergie von mind. 20% erreicht wird, wie in der Anlage III des Dekrets des Ministers für die Wirtschaftsentwicklung vom 04. August 2011 festgelegt (veröffentlicht im Amtsblatt der Republik Nr. 218 vom 19. September 2011);
    • Sonnenkollektoren.

      Der Steuerabzug wird je nach Anzahl der Baueinheiten im Gebäude unterschiedlich berechnet: 20.000 Euro, multipliziert mit der Anzahl der Baueinheiten, für Gebäude mit bis zu 8 Baueinheiten; 15.000 Euro, multipliziert mit der Anzahl der Baueinheiten, für Gebäude mit mehr als 8 Baueinheiten. Das bedeutet, dass zum Beispiel bei einem Gebäude mit 15 Baueinheiten der maximale Steuerabzug 265.000 Euro ist (20.000 Euro x 8 + 15.000 x 7).
       
  • Eingriffe an Einfamilienhäusern oder an Baueinheiten in Mehrfamilienhäusern, die funktional unabhängig sind oder die über einen oder mehrere unabhängige Zugänge von außen verfügen.
    Es handelt sich um die gleichen Maßnahmen, für die der Steuerabzug gilt, sofern sie an den Gemeinschaftsteilen der Gebäude durchgeführt werden. Hinzu kommen - und dies gilt nur für die Flächen ohne Erdgasversorgung in den Gemeinden (gilt auch die Stadtgemeinde Bozen), die nicht von den Verfahren wegen Verstößen gegen die EU-Bestimmungen Nr. 2014 vom 10. Juli 2014 oder Nr. 2015/2043 vom 28. Mai 2015 betroffen sind, weil Italien den Vorschriften in der EU-Verordnung 2008/50/CE nicht nachgekommen ist - die Installierung von Biomasse-Heizkesseln, deren Abgaswerte mindestens der Klasse 5 Sterne entsprechen, wie im Dekret des Ministeriums für Umwelt und den Schutz des Territoriums und des Meeres Nr. 186 vom 07. November 2017 vorgesehen.
    Der Abzug steht für Ausgaben bis maximal 30.000 Euro zu.

Der Superbonus von 110% kann auch für die folgenden Maßnahmen in Anspruch genommen werden, wenn sie gemeinsam mit mindestens einer der oben beschriebenen Maßnahmen verwirklicht werden:

  • Energetische Sanierungen gemäß Art. 14 des GD 63/2013 im Rahmen der für jede Maßnahme vorgesehenen Ausgabengrenze (z.B. Austausch von Fenstern und Türen, Installation von Beschattungselementen usw.);
  • Installierung von Photovoltaikanlagen mit Anschluss an das Stromnetz und mit Speichersystemen.
    Der Superbonus von 110% ist daran gebunden, dass der nicht genutzte Strom an den GSE (Gestore Servizi Energetici) verkauft werden muss.
    Der Steuerabzug ist nicht mit anderen öffentlichen Förderungen oder Erleichterungen kumulierbar. Der Höchstbetrag der Ausgaben beträgt Euro 48.000 und steht innerhalb der Obergrenze von Euro 2.400 für jeden kW Nennleistung der Photovoltaikanlage pro Baueinheit zu.
  • Installierung von Ladestationen für Elektrofahrzeuge (in Gebäuden).
  • Maßnahmen zum Abbau von baulichen Hindernissen (Einbau von Aufzügen), um die Bewegungsfreiheit von Menschen mit einer schweren Beeinträchtigung und von Menschen, die älter als 65 Jahre sind, innerhalb und außerhalb ihrer Wohnung zu erleichtern.

Voraussetzungen für die Inanspruchnahme des Superbonus von 110%:

  • Mit den Maßnahmen muss eine Verbesserung um mindestens zwei Energieklassen erreicht werden, die mit der Ausstellung der Energieleistungsbescheinigung APE vor und nach dem Eingriff belegt werden muss;    
  • Die für die Dämmung verwendeten Materialien müssen den Mindestumweltkriterien (CAM) des Dekrets des Umweltministeriums vom 11. Oktober 2017 entsprechen.
  • Es muss eine Erklärung abgefasst werden, die bestätigt, dass die Arbeiten gemäß den gesetzlichen Vorgaben durchgeführt worden sind und dass die Kosten für die Arbeiten angemessen sind.  

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