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Ágnes Heller - Offener Vortrag zum Thema "Das Versprechen der Freundschaft. Schönheit und Wahrheit"

Freie Universität Bozen - Aula Magna, Universitätsplatz 1

Konferenz

13.05.2015

18.00 Uhr - Eintritt frei - Simultanübersetzung

Friedenszentrum (Bild: , 59 Kilobyte, 170 x 133 pixel)
 

Am Mittwoch, 13. Mai 2015 um 18.00 Uhr in der Aula Magna der Freien Universität Bozen, finder der offene Vortrag "Das Versprechen der Freundschaft. Schönheit und Wahrheit" der renommierten Denkerin Ágnes Heller statt, die den Holocaust und die Verfolgung des sowjetischen kommunistischen Regims überlebte und wurde die Nachfolgernin von Hannah Arendt an der New School in New York. In Bozen wird sie das Buch "Die Schönheit wird uns (nicht) retten" ("Margine"-Verlag) entstanden aus dem Dialog mit Zygmunt Bauman präsentieren. Heller wird bis 16. Mai in der Region bleiben und an verschiedenen Treffen in Bozen und in Trentino teilnehmen.

Heller wurde 1929 in ein turbulentes Ungarn hineingeboren. Als Jugendliche floh sie vor den Nazis. Später wird sie Schülerin und Freundin von dem Philosophen Györg Lukács. Zusammen mit Lukàcs tritt sie der Kommunistischen Partei bei; doch beide haben ein schwieriges Verhältnis zur Partei, vor allem nach dem ungarischen Volksaufstand im Jahr 1957. Während der Kádár-Regierung wird Heller immer mehr ihrer Freiheiten beraubt: Sie darf nicht mehr lehren, nicht mehr reisen und keine Bücher mehr veröffentlichen.

1968 protestiert sie vehement gegen eine sowjetische Intervention in der Tschechoslowakei. Zusammen mit Györg Lukács, György Márkus und Mihály Vajda gründet sie in den 60er Jahren die Budapester Schule und somit eine neue Richtung innerhalb des ungarischen Marxismus.

1977 verlässt Heller Ungarn und geht ins Exil, zunächst nach Australien, dann nach New York. An der New Yorker New School for Social Research erhält sie einen Lehrstuhl für Philosophie. Nach dem Berliner Mauerfall kehrt Heller nach Ungarn zurück, führt ihren Lehrauftrag in den USA aber fort. Seit ihrer Emeritierung pendelt Heller halbjährlich zwischen Budapest und New York.

Agnes Heller verfolgte in ihrem philosophischen Denken verschiedene Ansätze. Anfangs, noch in Ungarn, ist sie Anhängerin von Lukásc und seiner Interpretation des Marxismus. Sie analysierte unter anderem den Zusammenhang zwischen Bedürfnissen und Werten. Ihre "Theorie der Bedürfnisse bei Marx" war in den 70ern eines der meistgelesenen Bücher, auch in Italien; es wird zu den wichtigsten philosophischen Werken des 20. Jahrhunderts gezählt. Kaum in die westliche Welt gezogen, macht sich Heller an drei weitere imposante Werke: eine Philosophie der Geschichte, eine Theorie der Gefühle und eine Theorie der Moral. Seit einigen Jahren nun beschäftigt sich die Philosophin auch mit ethischen Themen. Ihr neues in Italien erschienenes Buch heißt "Die Schönheit von guten Menschen".

In letzter Zeit verschafft sich Agnes Heller auch in der Öffentlichkeit und Medienwelt immer größeres Gehör. Sie prangert vor allem die Rufmord-Kampagne an, die gegen sie und ihre Kollegen geführt wird: "Wir werden Zeugen eines Kulturkampfes, eines Kampfes der Mächtigen gegen uns Intellektuelle. Die Mehrheit der kulturellen Elite Ungarns wird 'ausgelöscht': so zum Beispiel Adam Fischer, der künstlerische Direktor und Orchesterleiter der weltbekannten Oper von Budapest. Auch der Ballettdirektor und viele andere Theaterleiter, Fernsehredakteure, Moderatoren, Journalisten und Kolumnisten werden stumm geschaltet. Die rechte ungarische Regierung nennt sich 'revolutionär', hat aber ein komplett undemokratisches Mediengesetz verabschiedet. Und sie nutzt ihre Mehrheit schamlos aus: eine Kommission zur Medienüberwachung wurde eingerichtet, die nur aus Mitgliedern der Mehrheitspartei besteht. Bisher wurden Mediendelikte wie etwa üble Nachrede von unabhängigen Gerichten beurteilt - jetzt obliegt diese Kontrolle und die Definition von Sanktionen der genannten Kommission."

Bei dem Referat von Heller an der Freien Universität erfolgt die Einleitung durch Rektor Prof. Walter Lorenz. Rede auch von prof. Susanne Elsen und Francesco Comina.

Agnes Heller (Bild: jpg, 871 Kilobyte, 1755 x 2482 pixel)
Ágnes Heller (Bild: , 100 Kilobyte, 640 x 672 pixel)

Ágnes Heller

"La bellezza (non) ci salverà" ("Die Schönheit wird uns (nicht) retten") (Bild: , 4 Kilobyte, 120 x 190 pixel)

Buchdeckel

 
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