Seite empfehlen  Ihr Kommentar  Seite drucken
Pressemitteilung: 21.07.2021 18:36
Themenbereich:  [Mobilität]  [Gemeindepolitik] 

Stadtrat genehmigt den neuen nachhaltigen Mobilitaetsplan

Stadtrat genehmigt den neuen nachhaltigen Mobilitaetsplan (Bild: , 4,856 Kilobyte, 4032 x 3024 pixel)

Stadtrat genehmigt den neuen nachhaltigen Mobilitaetsplan

 
Info

Heute Nachmittag hat der Bozner Stadtrat den neuen nachhaltigen Mobilitätsplan für die Stadt Bozen genehmigt. Der Stadtrat für Mobilität, Stefano Fattor stellte den Mitgliedern des Stadtrates die Neuerungen vor.

Warum ist es notwendig, den nachhaltigen Mobilitätsplan nach nur 2 Jahren in einigen Punkten radikal abzuändern? Weil sich in einer Welt, die sich mit Lichtgeschwindigkeit weiterentwickelt, auch für Bozen die Rahmenbedingungen rasant verändern. Es gilt daher folgende neue Faktoren zu berücksichtigen:

1) Die Volksabstimmung über die Straßenbahn hat ein eindeutiges Ergebnis gebracht hat, das eine verantwortungsvolle Verwaltung nur zur Kenntnis nehmen kann. Anstelle der Straßenbahn werden künftig Metrobusse mit Elektromotor zum Einsatz kommen. 

2) In den kommenden 10 Jahren (dieser Zeitraum entspricht der Gültigkeit eines nachhaltigen Mobilitätsplans) wird mit den Arbeiten zur Umgestaltung des Bahnhofsareals begonnen, und wahrscheinlich befindet sich das Projekt bereits in der Baustellenphase mit 300 bis 400 LKW-Fahrten pro Tag.

3) Es wird bereits von sehr vielen Stellen als Tatsache anerkannt, dass die Nutzung des die Stadt Bozen durchquerenden Autobahnabschnitts der A22 als Nord-Süd-Variante weit jenseits jeglichen Planszenarios liegt, selbst in einer sehr langfristigen Perspektive. Vor diesem Hintergrund erscheint es daher als die beste Lösung für die städtische Mobilität, einen einröhrigen Tunnel unter dem Virgl zu verwirklichen, durch den der Verkehr auf der SS12 einspurig geführt wird, mit einer Anbindung an den Tunnel in Richtung Leifers. Der Schwerverkehr soll auf jeden Fall auf die Brennerautobahn umgeleitet werden. 

4) Die Einrichtung eines Warenlogistikpunktes für den Warenverkehr auf der Schiene ist für die Stadt Bozen von grundlegender Bedeutung, denn der neue geplante Bahnhof soll dem Personenschienenverkehr vorbehalten werden. Personen- und Warenverkehr am gleichen Schienenknotenpunkt abzuwickeln würde zu nicht tragbaren Verspätungen im gesamten Schienenverkehr führen.

5) Anhand von Vereinbarungen mit Dritten sollen die vorhandenen, aber nicht immer optimal genutzten Parkflächen in Tiefgaragen effizienter - und in der Folge auch nachhaltiger -genutzt werden. Dadurch werden neue Flächen an der Oberfläche frei, die für das Fahrrad oder die Fußgänger genutzt werden können. Ein Beispiel für eine solche Vereinbarung ist das Abkommen, das mit dem WoBi im Don-Bosco-Viertel abgeschlossen worden ist, oder für die Duca-d'Aosta-Straße und den Grieser Platz. 

6) In den nachhaltigen Mobilitätsplan wurden neue Fahrradwege eingetragen, an denen z.B. auch Rastplätze o.Ä. verwirklicht werden, um ihre Attraktivität zu steigern, wie z.B. der Radweg vom Weingartenweg zu den Grieser Auen zwischen Gries und dem Krankenhaus Bozen. 

Alle diese Faktoren ändern den nachhaltigen Mobilitätsplan in wichtigen Punkten, aber ohne die grundlegenden Aspekte zu verändern. Mit dem nachhaltigen Mobilitätsplan soll Bozen endlich die Mobilitätsplanung erhalten, die ihrer Rolle als Landeshauptstadt gerecht wird, da in Bozen alle Verkehrswege Südtirols zusammenlaufen. Bozen wird heute immer noch auf sein Gebiet reduziert und nur im Verhältnis zur Bevölkerung, zu den Pendlerzahlen und den ansässigen Unternehmen gesehen.

Ab der Veröffentlichung des Beschlusses des Stadtrates läuft eine Frist von 60 Tagen für die Vorlage von Bemerkungen und Anregungen. Es ist auch geplant, den neuen nachhaltigen Mobilitätsplan in den einzelnen Stadtvierteln vorzustellen. 

Die Stadtverwaltung dankt den zuständigen Ämtern für die gute Zusammenarbeit bei der Überarbeitung des nachhaltigen Mobilitätsplans, insbesondere Ing. Ivan Moroder, Ing. Stefano Ciurnelli als externem Berater und den Mitgliedern der Ratskommission für Mobilität. Die Ratskommission wird noch einige kleine Änderungen vornehmen, bevor die endgültige Neufassung des nachhaltigen Mobilitätsplans im Gemeinderat vorgestellt wird. Mit seiner endgültigen Genehmigung ist im Herbst dieses Jahres zur rechnen.  

Hinsichtlich der systemischen Auswirkungen ist laut den Simulationen für das Projekt im nachhaltigen Mobilitätsplan eine Zunahme des Verkehrs um 31% in den Stoßzeiten (am Morgen/Vormittag) zu rechnen. Das bedeutet einen Anstieg von 48.250 auf 63.500 Fahrzeuge pro Stunde. Für die Simulation laut den Vorgaben im nachhaltigen Mobilitätsplan wurde von einer Gesamtzahl von ca. 10.120 Fahrzeuge/Stunde ausgegangen, das bedeutet einen Rückgang von 44% in Bezug auf die Vergleichsparameter und ein Rückgang von 30% im Vergleich zu den aktuellen Zahlen. 

Was hingegen die Luftqualität angeht, so zeigen die Simulationen, dass die Emissionen im Stadtgebiet um mehr als 32% im Vergleich zu den künftigen Tendenzen zurückgehen werden bzw. um 25% im Bezug auf die aktuellen Daten. Dabei bleibt jedoch unberücksichtigt, dass alte Fahrzeuge durch neue ersetzt werden. 

Im Vergleich zur Zielvorgabe von -10% an NO2-Emissionen und unter Berücksichtigung des Umstieges auf immer mehr Elektromotoren (z.B. laut der Studie "E-MOBILITY REVOLUTION") kann die Hypothese aufgestellt werden, dass 2030 12% der Fahrzeuge Elektrofahrzeuge sein werden mit null Emissionen an NO2. Angesichts dieser Daten scheint das Ziel somit erreicht. Dank der im nachhaltigen Mobilitätsplan enthaltenen Maßnahmen können auf dem Gemeindegebiet von Bozen Reduzierungen von -24% im Bezugszeitraum und von -14% mit Bezug auf die aktuellen Daten erreicht werden, und diese Daten sind deutlich besser als die angestrebten -10%. 

Die klimaschädigenden Emissionen gehen mit der Umsetzung des nachhaltigen Mobilitätsplans um 19% im Vergleich zu den aktuellen Daten zurück und um 29% mit Blick auf die tendenzielle Entwicklung. 

Angesichts dieser Daten ist es offensichtlich, dass die Ziele des nationalen Strategieplans für Energie SEN erreicht werden (-16%).

Nach der Genehmigung des Beschlusses über die Abänderung des nachhaltigen Mobilitätsplans hat der Stadtrat heute noch einen zweiten wichtigen Beschluss gefasst, und zwar wurde Frau Ing. Brunella Franchini zur Mobility Managerin der Stadt Bozen ernannt. Frau Ing. Franchini arbeitet bereits seit einigen Jahren im Amt für Mobilität, und der Stadtrat wünschte der neu ernannten Mobility Managerin eine gute Arbeit. 

 

(mp)
Artikel teilen:
 
Stadt Bozen - Rathausplatz 5 - 39100 Bozen - Telefonzentrale: 0471 997111 – Steuernr./MwSt.: 00389240219 - E-Mail: aboe@gemeinde.bozen.it - PEC: bz@legalmail.it ::