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Pressemitteilung: 06.05.2015 09:13
Themenbereich:  [Kultur]  [Öffentliche Arbeiten und Wohnen]  [Stadtviertel] 

Ausstellungsparcours im Semirurali-Haus in der Baristraße vorgestellt

Das Haus in der Baristraße hat nun einen Ausstellungsparcours (Bild: , 644 Kilobyte, 1936 x 1296 pixel)

Das Haus in der Baristraße hat nun einen Ausstellungsparcours

 
Tage der offenen Tür am 16. und 17. Mai 2015

Am Samstag 16. Mai 2015 und Sonntag, den 17. Mai 2015 kann das Semirurali-Haus in der Baristraße mit seinem neuen Ausstellungsparcours anlässlich der Tage der offenen Tür von 10 bis 18 Uhr besucht werden, danach ist es jeweils am Donnerstag von 18 bis 21 Uhr und am Sonntag von 10 bis 13 Uhr zugänglich.

Die Eröffnung findet am 15. Mai 2015 um 18 Uhr statt, heute gab es einen Medientermin, bei dem die Arbeiten und das Projekt vorgestellt wurden. MedienvertreterInnen, die Politik, die Gemeindebediensteten und die mit dem Projekt Beuaftragten hatten heute auch gleich die Möglichkeit, sich im Haus zu verewigen.

Im ersten Stock nämlich empfängt eine Fotoninstallation von Ivo Corrà, die "Kollektives Porträt" heißt und nicht nur Bilder von Bewohnerinnen und Bewohnern des Viertels zeigt, sondern auch Fotos von all den Besucherinnen und Besuchern, die sich ablichten lassen wollen. Es genügt, dass sie sich vor der schmalen gelben Säule positionieren, in welcher das objektiv integriert ist (sie Bild). Mit dem Heute beginnt der Ausstellungsparcours, für den bewuusst das Jetzt zum Ausgangspunkt genommen wurde.

Im Parcours werden die Geschichte des Stadtviertels Don Bosco und die Erinnerungen seiner Bewohnerinnen und Bewohner gezeigt.

Das Haus in der Baristraße 11 ist eines der wenigen noch erhaltenen Semirurali-Häuser, die Ende der Dreißiger Jahre zu Hunderten gebaut worden waren, um die italienischen MigrantInnen unterzubringen, die im Zuge der Zuwanderungspolitik des faschistischen Regimes nach Bozen kamen. Ziel des Regimes war es, der neuen Industriezone Arbeitskräfte zu liefern und das zahlenmäßige Verhältnis zwischen Deutschen und ItalienerInnen in Südtirol umzukehren. Das Stadtviertel wurde von den 1980er Jahren an schrittweise abgerissen. Die ehemaligen BewohnerInnen hatten aber eindringlich den Wunsch geäußert, die Erinnerung daran wach zu halten.

Der Ausstellungsparcours nimmt die Hälfte des Erdgeschosses und den gesamten Oberstock des Gebäudes ein.
Im Erdgeschoss befindet sich die Rekonstruktion einer typische Semirurali-Wohnung mit Möbeln aus der damaligen Zeit (WOHNEN IN EINEM SEMIRURALI-HAUS). Eine Audio-Installation von Maxi Obexer und Stefano Bernardi "erzählt" anhand von Stimmen ehemaliger BewohnerInnen vom Alltagsleben im Haus.

Im 1. Stock ist der Parcours in verschiedene Themenbereiche gegliedert. Im ersten Raum (HEUTE) gibt es die Fotoinstallation "Kollektives Portrait" von Ivo Corrà, die heutige BewohnerInnen des Stadtviertels Don Bosco zeigt. Ein Fotostudio bietet den BesucherInnen die Möglichkeit, sich fotografieren zu lassen und dadurch Teil des "Gemeinschaftsbildes" des Stadtviertels zu werden.

Wie auf einer Reise in die Vergangenheit zeigt der zweite Raum (EIN VIERTEL VERÄNDERT SICH) Karten und Lagepläne der Semirurali-Zone von 1541 bis heute. Hier befinden sich auch von Rocco Ilaria angefertigte Holzmodelle zu den unterschiedlichen Haustypen, die im Viertel zwischen 1938 und 1949 gebaut wurden.

Im Raum LEBEN IN DEN SEMIRURALI sind Fotos aus verschiedenen Archiven ausgestellt (viele davon aus dem Archiv von Emo Magosso, dem dieses Projekt viel verdankt und der eine große Lücke hinterlassen hat). Die Bilder zeigen Momentaufnahmen aus dem Alltagsleben im Semirurali-Viertel. Sitzplätze bieten hier auch die Möglichkeit zu didaktischer Tätigkeit.

Ein kleiner Raum ist dem LAGER in der Reschenstraße gewidmet, das an das Wohngebiet angrenzte und mit diesem in Kontakt war: an die Wand projizierte Auszüge aus Interviews mit Deportierten erinnern an das Geschehene genauso wie fünf Original-Bleistiftzeichnungen, die in den Jahren 1944 und 1945 von Ernesto Amelio Capurro aus Genua im Bozner Lager gezeichnet worden waren. Die Frau von Ernesto Amelio Capurro hatte diese Zeichnungen dem Stadtarchiv Bozen geschenkt.

Im letzten Raum (EINE GESCHICHTE SETZT SICH FORT) sind Aquarelle der Malerin Alma Olivotto aus der Reihe "Demolizione Semirurali" zu sehen. Ein Videofilm (Produktion Miramonte Film) zeigt den Abriss der Semirurali-Häuser und den Aufbau des neuen, aktuellen Wohngebiets.

Eine zweisprachige Broschüre bietet Auskünfte und Informationen, sie zeichnet auch die wichtigsten Etappen jenes kulturellen und sozialen Werdegangs nach, der in den 1990er Jahren seinen Ausgang genommen hat und in vielen Gesprächen und Diskussionen zum nun umgesetzten Projekt geführt hat. Außerdem gibt es eine aktuelle Bibliografie.

Das Gebäude und dessen unmittelbare Umgebung wurden von Arch. Markus Scherer gestaltet (Koordinierung Amt für Öffentliche Arbeiten, Gebäude der Stadtgemeinde Bozen). Die Innenräume wurden strukturell in ihrem ursprünglichen Zustand belassen.

Das Museumsprojekt für den Ausstellungsparcours wurde von Silvia Spada Pintarelli vom Amt für Museen und kunsthistorische Kulturgüter der Stadtgemeinde Bozen und von Carla Giacomozzi vom Stadtarchiv Bozen ausgearbeitet.
Das Konzept für die Gestaltung der Innenräume und für die Kommunikation wurde vom Studio Lupo & Burtscher aus Bozen mit Beratung von Roberto Gigliotti erarbeitet.

Öffnungszeiten 2015

Tage der offenen Tür: 16.-17. Mai, 10 - 18 Uhr

Mai-September: Donnerstag: 18-21, Sonntag: 10-13 Uhr

August geschlossen

Oktober-Dezember: Für Gruppen auf Vormerkung

Zugang für Menschen mit Behinderung, Eintritt frei, Aus Sicherheitsgründen wird der Eintritt geregelt (max. 25 Personen im oberen Stock).

Casa Semirurale / Semirurali-Haus, Via Bari 11 / Baristr. 11, Bolzano Bozen

Info

+ 39 0471 997581 / 997588, www.comune.bolzano.it/cultura, www.gemeinde.bozen.it/kultur
servizi.museali@comune.bolzano.it / kulturgueter@gemeinde.bozen.it

 

(rm)

Download:

 
Kollektives Porträt (Foto Ivo Corrà) (Bild: , 59 Kilobyte, 507 x 762 pixel)

Kollektives Porträt (Foto Ivo Corrà)

Holzmodelle (Foto Ivo Corrà) (Bild: , 474 Kilobyte, 1795 x 1181 pixel)

Holzmodelle (Foto Ivo Corrà)

Wohnraum früher (Foto Ivo Corrà) (Bild: , 53 Kilobyte, 1195 x 790 pixel)

Wohnraum früher (Foto Ivo Corrà)

Früher, Fotos aus dem Archiv von Emo Magosso (Foto Ivo Corrà) (Bild: , 444 Kilobyte, 1181 x 1775 pixel)

Früher, Fotos aus dem Archiv von Emo Magosso (Foto Ivo Corrà)

Zeichnungen aus dem Lager von Ernesto Amelio Capurro (Foto Ivo Corrà)  (Bild: , 29 Kilobyte, 1187 x 790 pixel)

Zeichnungen aus dem Lager von Ernesto Amelio Capurro (Foto Ivo Corrà)

Abriss, Aquarelle von Alma Olivotto (Foto Ivo Corrà) (Bild: , 73 Kilobyte, 1194 x 790 pixel)

Abriss, Aquarelle von Alma Olivotto (Foto Ivo Corrà)

Die gelbe Fotosäule knipst ein Selfie und bringt es auf den Bildschirm (Bild: , 714 Kilobyte, 1936 x 1296 pixel)

Die gelbe Fotosäule knipst ein Selfie und bringt es auf den Bildschirm

Die Modelle zeigen auch das Innenleben (Bild: , 751 Kilobyte, 1936 x 1296 pixel)

Die Modelle zeigen auch das Innenleben

Wohnzimmer (Bild: , 783 Kilobyte, 1936 x 1296 pixel)

Wohnzimmer

Kommode im Erdegschoß und Blick auf den Garten (Bild: , 735 Kilobyte, 1936 x 1296 pixel)

Kommode im Erdegschoß und Blick auf den Garten

Schautafeln (Bild: , 843 Kilobyte, 1936 x 1296 pixel)

Schautafeln

Blick in den Garten, rechts der gelbe Lautsprecher, der Geschichten erzählt (Bild: , 741 Kilobyte, 1296 x 1936 pixel)

Blick in den Garten, rechts der gelbe Lautsprecher, der Geschichten erzählt

Erdgeschoss (Bild: , 705 Kilobyte, 1936 x 1296 pixel)

Erdgeschoss

Außen (Bild: , 678 Kilobyte, 1936 x 1296 pixel)

Außen

Fassade zum Garten (Bild: , 681 Kilobyte, 1936 x 1296 pixel)

Fassade zum Garten

Im Garten (Bild: , 644 Kilobyte, 1296 x 1936 pixel)

Im Garten

 
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