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Pressemitteilung: 10.06.2014 15:37
Themenbereich:  [Umwelt] 

Bozner Aktionsplan für nachhaltige Energie in neun Punkten

Vorstellung des Aktionsplans im Rathaus (Bild: , 1,649 Kilobyte, 2256 x 1496 pixel)

Vorstellung des Aktionsplans im Rathaus

 
EURAC hat im Auftrag der Gemeinde Bozen den Aktionsplan für nachhaltige Energie (APNE) ausgearbeitet

Stadträtin Patrizia Trincanato eröffnet die Vorstellung des Aktionsplans für nachhaltige Energie und erinnert, dass der Impuls aus dem Projekt "Bozen. Das Projekt "Bozen, die Energiequelle", das vor fünf Jahren von der Gemeinde Bozen gemeinsam mit der EURAC durchgeführt wurde, ist eine optimale Grundlage für die Bestandsaufnahme des Energieverbrauchs. Es wurden jedoch andere Methoden - sowohl für die Berechnung des Verbrauchs als auch für die Berechnung der Emissionen - angewandt. Ein anderer wichtiger Unterschied besteht darin, dass der APNE die Industriezone nicht miteinschließt, weil sie außerhalb des möglichen Einsatzbereichs der Gemeinde Bozen liegt.
Der APNE geht auf den Konvent der Bürgermeister zurück. Der Konvent ist eine Initiative aus dem Jahr 2008, an der knapp 5.000 lokale Verwaltungen aus ganz Europa teilgenommen haben. Erklärtes Ziel ist es, die Emissionen bis zum Jahr 2020 um bis zu 20 Prozent zu senken. Die Gemeinde Bozen hat das EURAC-Institut für Erneuerbare Energie mit dem Aktionsplan für nachhaltige Energie (APNE) beauftragt. Der Aktionsplan ist im Rahmen des europäischen Projekts Alpstar ausgearbeitet worden. Am Projekt sind 13 Partner aus sieben Alpenländern beteiligt. Ihr Ziel ist es, sich Erfolgsbeispiele austauschen und anzuwenden, um die Alpen CO2-neutral zu machen. 

Roberto Vaccaro vom EURAC-Institut für Erneuerbare Energie hat den APNE mit einem Team aus Forscherkollegen ausgearbeitet: "Wir haben errechnet, dass die Bozner Bürger im Durchschnitt 5,2 Tonnen CO2 pro Kopf im Jahr produzieren. Den größten Anteil der Emissionen machen das Heizen von Wohngebäuden, sowie Stromverbrauch im Tertiärsektor und Privatverkehr aus. Um die Emissionen zu berechnen, haben wir den Energieverbrauch der Bozner erfasst und dabei verschiedene Datenquellen berücksichtigt. Auf der Grundlage dieser Berechnungen haben wir mit der Gemeinde 28 Maßnahmen abgestimmt, mit denen wir die Emissionen bis zum Jahr 2020 um 20 Prozent senken können", so Vaccaro.

Der Bozner Aktionsplan für nachhaltige Energie APNE (ital. PAES) umfasst zwei Teile: a) eine Bestandsaufnahme der CO2-Emissionen der Stadt Bozen, b) eine mit der Gemeinde abgestimmte Maßnahmenliste zur Senkung des CO2-Ausstoßes bis 2020.
Wärmeenergie, elektrische Energie, sowie die Mobilität von Privatpersonen, Firmen und öffentlichen Einrichtungen. Referenzjahr ist das Jahr 2010. Die entsprechenden CO2-Emissionen sind nach den methodischen Vorgaben der Gemeinsamen Forschungsstelle der Europäischen Kommission (Joint Research Centre - JRC) errechnet worden.
Die Daten zum Stromverbrauch wurden von den Versorgungsunternehmen AEW und SEL zur Verfügung gestellt. Beim Berechnen des entsprechenden CO2-Ausstoßes berücksichtigten die Wissenschaftler den Strommix der Stadt Bozen: lokale Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen und aus Blockheizkraftwerken.
Die Daten zum Wärmeverbrauch, für Heizung und Warmwasser, stammen von den Versorgungsunternehmen AEW, SEL und SNAM. Sie umfassen den Gasverbrauch und Fernwärmeanlagen. Wie hoch der Verbrauch durch Holzöfen und Pelletsheizanlagen ist, schätzten die Wissenschaftler auf der Grundlage einer Studie des Landes ein. Der Heizölverbrauch wurde anhand der Heizkesselanzahl in der Stadt rekonstruiert.
Die Datenerhebung im Bereich Mobilität und Transportwesen stellte sich als äußerst kompliziert heraus, da diese Art der Erhebung noch verbesserungsfähig und gleichzeitig besonders innovativ ist. Verkehrszählgeräte erfassten fortlaufend die realen PKW- und LKW-Durchfahrten. Ausgehend von diesen Daten bestimmten die Experten von TPS Bologna die durchschnittlichen Kilometer, die im Stadtgebiet gefahren wurden (ca. 40.000 Kilometer zur Hauptverkehrszeit). Auf der Grundlage dieser Daten und der Zahlen pro Jahr der verschiedenen Zählgeräte, schlossen die Forscher auch auf die gefahrenen Gesamtkilometer in einem Jahr und die entsprechenden Emissionen.

Der Aktionsplan sieht 28 Maßnahmen vor, die in sieben Aktionsbereiche unterteilt sind. Sie betreffen Wohn- und Dienstleistungsgebäude, öffentliche Beleuchtung, Transport, lokale Strom- und Wärmegewinnung, Miteinbeziehen und Sensibilisieren der Bürger, Unterstützungs- und Überwachungsmaßnahmen. Die erwartete Summe der CO2-Emissionssenkungen bis zum Jahr 2020 beträgt 20,05 Prozent. Die empfohlenen Maßnahmen berücksichtigen den Bevölkerungszuwachs. 
Wesentliche Akzente für die Stadt sind die Änderung der Gemeindebauordnung, die die Bestimmungen der jüngsten Landesvorgaben und Anweisungen des Klimaplans Südtirol 2050 mitaufnimmt.
• Die Verwirklichung eines Fernwärmenetzes, das über eine Müllverbrennungsanlage gespeist wird.
• Das Sanierungsprogramm für Gemeindegebäude.
• Die Steigerung der installierten Photovoltaikleistung um bis zu 0,4 kW pro Kopf.
• Die Vervollständigung des städtischen Radwegenetzes und ein neues öffentliches Transportsystem ins Überetsch.


Es gibt verschiedene Programme in Zusammenarbeit mit EURAC und TIS, die die empfohlenen Anweisungen des APNE berücksichtigen. Einige nennenswerte Projekte sind: "Willkommen in der Fahrradstadt Bozen!" und "Intergreen" zum Gebrauch von ICT-Technologien im Verkehr. Das von der EURAC koordinierte Projekt Sinfonia hingegen zielt darauf ab, Teile der Stadt zur smart city zu machen.

(pr)
 
Mittelschüler der Pascoli-Schule wohnen der Pressekonferenz bei (Bild: , 1,724 Kilobyte, 2256 x 1496 pixel)

Mittelschüler der Pascoli-Schule wohnen der Pressekonferenz bei

 
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