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Pressemitteilung: 21.01.2022 13:31
Themenbereich:  [Kultur]  [Veranstaltungen]  [Sonstiges] 

Der Tag der Erinnerung und Bozen Stadt der Erinnerung 2022

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Ausstellung

 
Veranstaltungen, Initiativen und Gedenkfeiern vorgestellt

Im Foyer des Bozner Stadttheaters wurde heute Vormittag im Rahmen einer Pressekonferenz das Programm der Veranstaltungen und Gedenkfeiern vorgestellt, die zum "Tag der Erinnerung" am 27. Januar und "Bozen Stadt der Erinnerung 2022" organisiert werden.
Der Bürgermeister von Bozen, Renzo Caramaschi, der Regierungskommissar Vito Cusumano, die Stadträtin für Kultur der Stadtgemeinde Bozen, Chiara Rabini, der Landeshauptmannstellvertreter Giuliano Vettorato und die Präsidentin der Jüdischen Gemeinde von Meran, Elisabetta Rossi Borenstein, haben die Ernennung von Bozen zur "Stadt der Erinnerung 2022" mit Freude zur Kenntnis genommen. Diese Auszeichnung wurde der Gemeindeverwaltung Bozen und dem Bozner Stadtarchiv von der Stiftung CDEC (Centro di Educazione Ebraica Contemporanea) und vom italienischen Innenministerium verliehen als Zeichen der Anerkennung für die Aufarbeitung der Themen des Holocaust, die die Stadt Bozen seit den 1990er Jahren vorangetrieben hat. Besonders hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang das Projekt "Geschichte und Erinnerung: Das NS-Lager Bozen", das Forschungsarbeiten, didaktisches Material für den Unterricht und Rundgänge durch die Stadt zu den Stätten und Objekten umfasst, die mit diesem Thema in Zusammenhang stehen. Vor ein paar Jahren wurde die "Passage der Erinnerung" beim ehemaligen Polizeilichen Durchgangslager in der Reschenstraße eröffnet, und an dem noch erhaltenen Mauerteil des Durchgangslagers wurde eine Gedenkinstallation mit den Namen von Frauen, Männern und Kindern errichtet, die zwischen 1944 und 1945 hier interniert waren. Der italienische Staatspräsident Sergio Mattarella und der österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen haben die Gedenkstätte 2019 besucht.

Der Vorschlag für die Ernennung Bozens zur "Stadt der Erinnerung 2022" kam von der Präsidentin des Verbandes der italienischen jüdischen Gemeinden, Noemi Di Segni. Sie hat ihren Vorschlag an die Stiftung CDEC und das italienische Innenministerium weitergeleitet, und er wurde gutgeheißen. In Bozen wird somit ab dem 24. Januar 2022 die Ausstellung der Stiftung CDEC "La persecuzione degli ebrei in Italia 1938-1945" <https://www.cdec.it/shoah-museum/> gezeigt. Die Ausstellung findet im Bozner Stadttheater statt und ist bis Ende Februar 2022 frei zugänglich. Sie dokumentiert die Geschichte des Antisemitismus, von der Hetzkampagne im Jahr 1938 bis zur Deportation in das Konzentrationslager von Auschwitz. Die Ausstellung wird am 24. Januar 2022 um 10.00 Uhr im Foyer des Bozner Stadttheaters eröffnet. Die Eröffnung wird live auf dem Streaming-Kanal der Stadt Bozen übertragen. Zur Ausstellungseröffnung werden der Direktor des jüdischen Dokumentationszentrums Gadi Luzzato Voghera, das die Ausstellung kuratiert hat, Federico Steinhaus von der Jüdischen Gemeinde Meran, der Präsident von ANED, Dario Venegoni, und der Historiker Hannes Obermair von der Südtiroler Sektion des Vereins der italienischen Partisanen ANPI erwartet. Anschließend werden italienische Bürgerinnen und Bürger sowie ehemalige Soldaten, die im Bozner NS-Lager interniert waren, mit einer Ehrenmedaille geehrt.

Mit Bezug auf die Ausstellung im Bozner Stadttheater sagte Bürgermeister Caramaschi, dass er auf gewisse Weise die Verantwortung einer Stadt spüre, die sich mit einem Thema auseinandersetzen muss, das auf nationaler Ebene vielleicht zu schnell beiseitegelegt worden ist. "Man wollte sich vielleicht anderen Themen zuwenden und hat das Thema der Rassengesetze von 1938, die den Rassengesetzen des Dritten Reiches ähnlich sind, die 1934 erlassen worden sind, auf die Seite geschoben. Im Namen der Rasse hat sich in rechtlicher, begrifflicher, ethischer, moralischer und menschlicher Hinsicht eine bisher noch nie dagewesene Abartigkeit entwickeln können, die der Diktatur den Weg geebnet hat. In diesen Tagen wird auch der 50. Jahrestag der Autonomie gefeiert, und ich denke daran, was Freiheit, Demokratie und unsere Verfassung alles ermöglicht haben. Eine unglaubliche Entwicklung, auch dank des italienischen Widerstandes ("Resistenza") und dem Wiederaufbau nach zwei Diktaturen, dem Nazismus und dem Faschismus, und nach einem Krieg, der alles in Schutt und Asche gelegt hat." Bürgermeister Caramaschi erinnerte an die goldenen Ehrenmedaillen für Manlio Longon und Gianantonio Manci, die ihr Leben für die Freiheit gaben, aber auch an Josef Mayr Nusser, der sterben musste, weil er keinen Schwur auf Hitler leisten wollte. Deutsche und Italiener eint der Wunsch nach Freiheit. Es ist wichtig, dass die junge Generation Bescheid weiß, auch über die Rassengesetze und die anderen Themen des Holocaust. Caramaschi verwies in diesem Zusammenhang auf die Reste der Mauer des NS-Durchgangslagers in der Reschenstraße in Bozen, wo mit einer Installation an die mehr als 10.000 Frauen, Männer und Kinder erinnert wird, die hier interniert waren und zum Großteil nicht mehr zurückgekehrt sind. "Diese Mauer, diese Gedenkinstallation und diese Namen - und das möchte ich auch heute hier besonders betonen - sollen das kritische Gewissen unserer Stadt sein. Sie sollen dazu anregen, sich mit Themen zu beschäftigen, über die vor allem die jungen Menschen in vielen Fällen nicht ausreichend Bescheid wissen."

Ebenfalls am Montag, 24. Januar 2022 wird um 12.00 Uhr im Bozner Stadtmuseum die Ausstellung "Jenseits jener Mauer. Der Widerstand im Lager von Bozen 1944-45" eröffnet ( https://eventi.comune.bolzano.it/Applicazioni/Agenda/Calendario/Oltre-quel-muro-La-resistenza-nel-campo-di-Bolzano-Donne-e-uomini-che-si-opposero-alle-SS>). Die von Dario Venegoni und Leonardo Visco Gilardi gestaltete Ausstellung wurde im Auftrag der Stiftung "Memoria della Deportazione" verwirklicht. Die unter der Schirmherrschaft des Staatspräsidenten stehende Ausstellung wurde im Dezember 2021 im "Teatro Cristallo" von Bozen vorgestellt. Auf 26 Schautafeln werden Dokumente, Fotos und Briefe gezeigt, die von den geheimen Kontakten zwischen den Internierten und den Menschen außerhalb des Durchgangslagers in der Reschenstraße zeugen. Zahlreiche Dokumente und Bilder wurden aus verschiedenen Archiven in Italien zusammengetragen und sind zum ersten Mal in einer Ausstellung zu sehen. Viele davon sind Erinnerungsstücke, die Angehörige von damals Internierten für die Ausstellung zur Verfügung gestellt haben.

Bürgermeister Renzo Caramaschi stellte heute auch kurz das Programm für die Gedenkfeiern am Tag der Erinnerung am 27. Januar 2022 vor: Um 10.15 Uhr findet in der Passage der Erinnerung in der Reschenstraße Nr. 80 eine Gedenkfeier mit Kranzniederlegung für die Internierten des NS-Lagers Bozen und die Holocaustopfer unter den Sinti statt. Um 11.00 Uhr folgt die Gedenkfeier mit Kranzniederlegung am Denkmal für die deportierten Juden am Jüdischen Friedhof im Stadtfriedhof in Oberau, bei welcher der Vertreter der Jüdischen Gemeinde ein Gebet sprechen wird. Um 11.15 Uhr Gedenkfeier mit Kranzniederlegung am Grab von Manlio Longon im Stadtfriedhof in Oberau. Um 11.45 Uhr Gedenkfeier mit Kranzniederlegung an der Gedenkstätte der Deportation in der Pacinottistraße in Bozen. Diese Gedenkfeier wird vom Remember Festival, vom Jugendzentrum "Rosenbach" und vom Verein "La Strada - Der Weg" gestaltet und es werden kurze Texte verlesen, die musikalisch umrahmt werden.

Die Vertreter der Organisationen und Vereine, die sich an der Organisation des Tages der Erinnerung beteiligt haben, haben ihre Veranstaltungen kurz vorgestellt. Es sind dies der Verein der italienischen Partisanen ANPI, das Verkehrsamt Bozen, das Friedenszentrum, der Filmclub, das Remember Festival, das Teatro Stabile, die VBB, Zeitroom und Zusammen.it.

Infos unter: https://events.gemeinde.bozen.it/agenda/event/23171?/switchlanguage/to/bolzano_ger_agenda/agenda/event/23171

BOZEN STADT DER ERINNERUNG 2022
AUSSTELLUNGEN

1938-1945 Die Judenverfolgung in Italien
Stadttheater Bozen
Verdiplatz 40
Ausstellungseröffnung: 24.01., 10 Uhr
Ausstellungsdauer: bis 25.02.2022

Jenseits jener Mauer. Der Widerstand im Lager von Bozen 1944-45
Stadtmuseum
Sparkassenstr. 14
Ausstellungseröffnung: 24.01., 12.00 Uhr
Ausstellungsdauer: bis 27.02.2022
ANED und ANPI in Zusammenarbeit mit der Stadt Bozen

Exponat des Monats im Stadtarchiv Bozen: Die Schenkung Zöggeler
Bis 31.01.2022

Shoah. Wie war es menschlich möglich?
Stadtgalerie Bozen
Dominikanerplatz 18
11.01. - 03.02.2011
Verein Zusammen.it - Yad Washem The World Holocaust Remenbrance Center

VORTRÄGE, FILMVORFÜHRUNGEN, BUCHVORSTELLUNGEN, DEBATTEN

26.01., 20.30 Uhr
E per questo resisto! Voci e musiche per ricordare la Shoah
Pascoli-Gymnasium
G.-Deledda-Str. 4 Bozen
Friedenszentrum in Zusammenarbeit mit Remeber Festival und ANPI

27.01., 10 Uhr
Tag des Gedenkes
Gedenkfeier
Passage der Erinnerung
Stadtgemeinde Bozen

27.01., 14 und 16 Uhr
Bunker H - Führungen
Fagenstr. 14
Remeber Festival, La Strada Der Weg

27.01., 20.30 Uhr
Unsere Reise: Die Jugendlichen erzählen
Bunher H
Fagenstr. 14
Remeber Festival, La Strada Der Weg in Zusammenarbeit mit Friedenszentrum, Pascoli-Gymnasium, Talia, COOLtour, Tilt

27.01., 18 Uhr
Trasporto 81, mit Carla Giacomozzi
Online
Istituto sardo per la storia dell'Antifascismo e della Società contemporanea

27.01., 18 Uhr
"La Resistenza all'odio ieri, oggi, domani" mit Giorgio Mezzalira, Federico Faloppa
Lesung: Controtempo
Stadttheater Verdiplatz 40
ANPI in Zusammenarbeit mit ARCI, Friedenzentrum, Alexander-Langer-Stiftung, Centaurus ARCIGAY, Nevo Drom

27.01., 20.00 Uhr
Gli ultimi mesi - Il Lager di Bolzano (it)
Filmclub/Capitol Bozen, Dr.-Streiter-Gasse 6
Filmclub in Zusammenarbeit mit Stadtgemeinde Bozen
28.01., 14 und 16 Uhr
Bunker H - Führungen
Fagenstr. 14
Remeber Festival La Strada Der Weg

28.01., 18 Uhr
"Carnefici, criminali, vittime e Resistenti. Memorie attiva del Lager di Bolzano " mit Costantino di Sante, Carla Giacomozzi, Arnaldo Loner, Leonardo Visco Gilardi, Gino Bombonato.
Lesung: Controtempo
Stadtbibliothek Bozen
Museumstr. 47
ANPI in Zusammenarbeit mit La Strada Der Weg

28.01., 20.00 Uhr
Das Jüdische Südtirol - Familien im Porträt (dt)
Filmclub/Capitol Bozen, Dr.-Streiter-Gasse 6
Filmclub in Zusammenarbeit mit der Stadtgemeinde Bozen
29.01., 20.30 Uhr
"La Shoah a scuola" mit Matteo Saudino alias Barbasophia e und Luca De Marchi
Rainerum Dominikanerplatz 15
Remeber Festival in Zusammenarbeit mit ANPI, Friedenszentrum, Talia, COOLtour,Tilt, Ubik

1.02., 18.00 Uhr
"Storia degli ebrei in Europa" mit Francesca Sofia
Stadtbibliothek Bozen Museumstr. 47
Stadtgemeinde Bozen

03.02., 20.00 Uhr
Il Sudtirolo ebraico (it)
Filmclub/Capitol Bozen Dr.-Streiter-Gasse 6
Filmclub in Zusammenarbeit mit der Stadtgemeinde Bozen

10.02., 11 Uhr
Tag der Erinnerung
Gedenkfeier
Quireiner Wassermauer
Stadtgemeinde Bozen

10.02., 18 Uhr
"L'esodo giuliano-dalmata in Alto Adige Der Exodus aus Istrien und Dalmatien" mit Raoul Pupo, Elena Tonezzer, Giorgio Mezzalira, Joachim Gatterer
Rosenbachsaal A.-Nikoletti-Platz
Stadtgemeinde Bozen in Zusammenarbeit mit dem Friedenszentrum

12.01., 18 Uhr
"Die Weisse Rose" von Jutta Schubert
Stadttheater Bozen Verdiplatz 40
VBB

10.02., 20.30 Uhr
"Se questo è un uomo" von Valter Malosti
Stadttheater Bozen Verdiplatz 40
TSB

17.02., 18 Uhr
"Il buon tedesco" mit Carlo Greppi.
Lesung: Controtempo
Stadttheater Bozen Verdiplatz 40
ANPI

21.02., 18 Uhr
"La scuola e la svastica. La scuola minoritaria in lingua italiana nell'Alto Adige/Südtirol, durante l'occupazione nazista setttembre 1943-aprile 1945" mit Andrea Vitali und Hannes Obermair
Lesung: Controtempo
Stadtbibliothek Bozen
ANPI

22.02., 11 Uhr
Im Gedenken an Die Weiße Rose
Gedenkfeier
Hans-und-Sophie-Scholl-Platz
Stadtgemeinde Bozen

24.02., 11 Uhr
Im Gedenken an Josef Mayr-Nusser
Gedenkfeier
Kampiller Brücke
Stadtgemeinde Bozen

24.02. 18.00 Uhr
"Testimoni di verità e giustizia - Dalla rosa Bianca e Mayr Nusser ai nostri giorni"
Rosenbachsaal A.-Nikoletti-Platz
Friedenszentrum

25.02., 17 Uhr
"Marcello Piacentini. Architettura e potere: una biografia" mit Paolo Nicoloso
Lesung: Controtempo
Stadtheater Verdiplatz 40
ANPI in Zusammenarbeit mit dem Friedenszentrum

ANDERE PROGRAMMPUNKTE
21.01., 18.02., 18.03.2022, 18.00 Uhr
Lesekreis "Tutto torna"
I fratelli Ashkenazi von Israel J. Singer (it)
Stadtbibliothek
Museumstr. 47

24.01. - 05.02.2022
Spuren verlorener Leben
Die Jüdische Kultur: ein Einblick in Kunst, Literatur und Geschichte.
Lesevorschläge der Stadtbibliotheken

 

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