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Pressemitteilung: 27.07.2016 14:34
Themenbereich:  [Kultur] 

BZ ’18-’45: ein Denkmal, eine Stadt, zwei Diktaturen

Die Vorstellung. Florian Mussner, Elisabetta Margiacchi, Renzo Caramaschi (Bild: jpg, 1,285 Kilobyte, 2106 x 1252 pixel)

Die Vorstellung. Florian Mussner, Elisabetta Margiacchi, Renzo Caramaschi

 
Vorstellung des Begleitbandes zur Dokumentations-Ausstellung

Zwei Jahre nach Einrichtung der Dokumentations-Ausstellung BZ '18‒'45: ein Denkmal, eine Stadt, zwei Diktaturen im Bozener Siegesdenkmal legt die Stadt Bozen einen Katalog vor, der den weitläufigen Geschichtsparcours im Einzelnen dokumentiert. Die Dauerausstellung wurde am 21. Juli 2014 in den unterirdischen Räumlichkeiten des Denkmals eröffnet und will mittels historischer Erklärung und Kontextualisierung des Monuments dessen totalitäre Aspekte, aber auch seine historisch-kunsthistorische Aussagekraft thematisieren und aufarbeiten. Der Begleitband ist als Wegweiser konzipiert, der die von der fünfköpfigen Historikerkommission unter Mitwirkung von Jeffrey T. Schnapp erarbeiteten inhaltlichen Schwerpunkte in übersichtlicher Form nachvollziehbar macht.
Die Texte zum äußeren Ausstellungsrundgang, die die Geschichte Bozens zwischen 1918 bis 1945 vor dem Hintergrund der nationalen und internationalen Ereignisse beleuchten, stammen von Andrea Di Michele. Die Beiträge zum inneren Ausstellungsrundgang wurden von Hannes Obermair und Silvia Spada ausgearbeitet. Während Spada die Entstehungsgeschichte des Ausstellungsprojekts erläutert und dabei auch einen Bogen zu den Künstlern schlägt, die an der Gestaltung des Monuments mitgewirkt haben, setzt sich Obermair mit dem stets schwierigen Bezug zum Denkmal von der Nachkriegszeit bis in die unmittelbare Gegenwart auseinander. Ugo Soragni und Jeffrey T. Schnapp erläutern im Gespräch mit Sabrina Michielli die Beweggründe, die dem Ausstellungsprojekt zu Grunde lagen, dessen Entstehungsgeschichte und seine Bedeutung für die Stadt Bozen und für Südtirol. Chiara Matteazzi hingegen beleuchtet den Restaurierungsprozess und die baulichen Eingriffe, die erforderlich waren, um das Denkmal für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen und die Räume im Souterrain als Ausstellungsstandort zu nutzen. Die Buchgestaltung lag in den Händen von Gruppe Gut Gestaltung, zugleich Gestaltern des Ausstellungsparcours.
Der Begleitband erscheint in drei Sprachversionen (Deutsch, Italienisch und Englisch) und wird vom Folio Verlag (für die italienische Ausgabe gemeinsam mit Morellini Editore) verlegt. Er ist im Buchhandel um € 9,90 erhältlich.
Seit ihrer Eröffnung wurde die Dokumentations-Ausstellung von 85.286 Personen besucht (Stand Juli 2016). Der Monatsdurchschnitt des Besucheraufkommens beläuft sich auf ca. 1.500 Personen. 177 Schulklassen, hauptsächlich aus Südtirol, mit über 4.000 SchülerInnen haben die Ausstellung aufgesucht.
Im Dezember 2015 wurde eine Besucherbefragung vorgenommen, derzufolge die Ausstellungsinitiative vom heimischen wie vom immer zahlreicher werdenden auswärtigen Publikum (das derzeit ca. 50 % des Besucheraufkommens stellt) sehr gut angenommen wurde. Die Intention der Ausstellung, im europäischen Geist eine dauerhafte und sinnstiftende Nutzung des umstrittenen Denkmals als historischem Lernort zu ermöglichen, wurde demnach von 83 % der Befragten als sehr gelungen empfunden.
Seit seiner Eröffnung ist der Ausstellungsrundgang auch zum wichtigen Veranstaltungsort für kulturelle Initiativen der Stadt Bozen aufgerückt. Dazu rechnen etwa der Internationale Museumstag, die Kulturtage des FAI, der Bozner Radtag, die Lange Nacht der Museen sowie die Veranstaltungsreihe Battisti Reloaded.
Im April 2016 wurde BZ '18‒'45: ein Denkmal, eine Stadt, zwei Diktaturen anlässlich der EMYA 2016 eine Auszeichnung des Forums Europäischer Museen zuerkannt. Die internationale Jury hat der gemeinsamen Intiative des Italienischen Kulturministeriums, des Landes Südtirol und der Stadt Bozen hohes Lob gezollt, da es der Musealisierung gelungen sei, "die öffentliche Wahrnehmung nachhaltig zu verändern". Die Dokumentations-Ausstellung könne so immer stärker zu einem Bezugspunkt innerhalb der europäischen Geschichts- und Gedächtnislandschaft werden, um auf kritische Weise an das vergangene Jahrhundert zu erinnern.
 

(mp)
 
Seit ihrer Eröffnung wurde die Dokumentations-Ausstellung von 85.286 Personen besucht  (Bild: jpg, 1,676 Kilobyte, 2256 x 1496 pixel)

Seit ihrer Eröffnung wurde die Dokumentations-Ausstellung von 85.286 Personen besucht

BZ ’18-’45: ein Denkmal, eine Stadt, zwei Diktaturen (Bild: jpg, 51 Kilobyte, 1049 x 436 pixel)

BZ ’18-’45: ein Denkmal, eine Stadt, zwei Diktaturen

 
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