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Pressemitteilung: 25.11.2013 13:44
Themenbereich:  [Kultur]  [Familie und Soziales]  [Veranstaltungen] 

Projekt - Die Gleichgültigkeit Europas gegenüber dem Andersartigen – Die Versuchung der Eugenetik - vorgestellt

Obermair, Trincanato, Fontana, Conca, Jaitner (Bild: , 749 Kilobyte, 1936 x 1296 pixel)

Obermair, Trincanato, Fontana, Conca, Jaitner

 
Enge Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteure. Start am 3. Dezember 2013

Das interdisziplinäre Projekt ist eine große Herausforderung. Darüber waren sich heute alle Beteiligten einig. Die Gleichgültigkeit Europas gegenüber dem Andersartigen - Die Versuchung der Eugenetik nennt sich das Projekt, das vom Verein Cristallo in enger Zusammenarbeit mit dem Sanitätsbetrieb und mit der Stadt Bozen, der FUB, dem Teatro La Ribalta, der Lebenshilfe, Theatraki, dem Verband Angehöriger und Freunde Psychisch Kranker, dem Filmclub, der Stadtbibliothek, dem Stadtarchiv über einen längeren Zeitraum (Dezember 2013 bis Jänner 2015) durchgeführt wird und um das heikle und historisch stark belastete Thema Eugenetik  kreist.

Es sei ein wichtiges und ein anspruchsvolles Projekt, so Kulturstadträtin Patrizia Trincanato heute auf der Vorstellungspressekonferenz, die ganze Stadt werde Gelegenheit bekommen, unter unterschiedlichen Gesichtspunkten über das Anders Sein nachzudenken. Der Psychiater Andreas Conca unterstrich die Bedeutung dieses Engagements und Hannes Obermair vom Stadtarchiv betonte, dass es die histarische Dimension auch lokalhistorisch Beachtung finden werde, u.a. durch die Betrachtung von Menschen, die sich bereits damals dagegen gestellt haben wie die Bozner Ärztin Lydia Fontana. Mit dabei waren bei der Pressekonferenz auf der Präsindet des Vereins Cristallo sowie Siglinde Jaitner vom Verband Angehörige und Freunde Psychisch Kranker.

Den Anstoß zu dem Projekt gaben die Patientenakten aus einer Klinik im bayrischen Kaufbeuren. Die zehn Kinder aus Südtirol, von denen darin berichtet wird, wurden während des Dritten Reichs nach Deutschland deportiert und im Zuge der Aktion T4 (Euthanasiemorde der Nazis) ermordet. Vor kurzem wurden diese Akten dem Verband Angehöriger und Freunde psychisch Kranker und der psychiatrischen Abteilung des Krankenhaus Bozen übergeben. Psychiater, Historiker, Schriftsteller, Schauspieler, Philosophen und Soziologen, die sich intensiv mit diesem Thema beschäftigt haben, versuchen im Rahmen dieses Projekts unterschiedliche Ansätze zu finden, um bewusst zu provozieren, aber auch zum Nachdenken anzuregen. Das Projekt startet am 3. Dezember und wird bis Januar 2015 laufen.

Start des neuen Projekts über Eugenetik und Rassenselektion
mit wissenschaftlichen Debatten, Theateraufführungen, Filmen, Büchern und Ausstellung

Gleichzeitig soll diese Initiative aber auch ein Denkanstoß über die Wertvorstellungen der heutigen Zeit und unser Bedürfnis nach absoluter Kontrolle und Normalität und unsere Ablehnung gegenüber dem "Andersartigen" sein. 

Die Auftaktveranstaltung findet am Dienstag, 3. Dezember um 20 Uhr im Giuliani Saal des Kulturzentrums Cristallo in der Dalmatien Straße statt. Auf dem Programm steht eine einführende Konferenz zum Thema Eugenetik mit besonderem Fokus auf die Psychiatrie in Deutschland und Italien. Die Redner an diesem Abend sind Frank Schneider, Psychiater in Aachen und Paolo Peloso, Psychiater aus Genua. Andreas Conca, Primar der psychiatrischen Abteilung des Krankenhauses Bozen-Moritzing, moderiert die Veranstaltung. Die Beiträge dieses Abends werden von Alberto Clò simultan gedolmetscht.

Am 25. Januar um 21 Uhr  ist "Impronte dell'anima" zu sehen, von La Ribalta Theater unter Mitarbeit von Lebenshilfe Südtirol und Theatraki. Vorstellungen von, bzw. der deutschen Fassung "Spuren der Seele" vorgesehen.

Anlässlich des Gedenktages an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar findet im Cristallo Theater um 20.30 ein populär-wissenschaftliches Symposium zum Thema "Aktion T4 - Die Vernichtung von Menschen mit Behinderung. Die Psychiatrie unter den nationalsozialistischen und faschistischen Regimen." statt. Es debattieren Andreas Conca, Hartmann Hinterhuber, österreichischer Psychiater und Autor des Buchs "Ermordet und Vergessen" sowie Lorenzo Gasperi von den psychiatrischen Diensten Pergine. 

Vom 27. - 31. Januar stellen die Stadtbibliothek und ihre Zweigstellen eine Auswahl an Büchern zum Thema Eugenetik vor. Zeitzeugenberichte, Essays und Romane berichten über diese menschenverachtende Ära. Denn Lesen schützt vor dem Vergessen und bewahrt uns davor, die Fehler der Vergangenheit zu wiederholen.

Am Dienstag, 28. Januar zeigt der Filmclub (Streitergasse 8, Bozen) "Meine Liebe Republik" von Elisabeth Scharang in deutscher Sprache. Der Film handelt von Friedrich Zawrel, einem Überlebenden der Vernichtungsprogramme der Nazis, und seinem lebenslangen Kampf gegen seinen Peiniger, den Nazi und Arzt Heinrich Gross. Ein gerichtlicher Streit, der Auswirkungen auf das gesamte Justizsystem Österreichs hatte. Für Schulklassen werden am 28. Januar zusätzliche Vormittagsvorstellungen gegeben.

Alle weiteren Veranstaltungen und Initiativen bis Januar 2015 werden zu einem späteren Zeitpunkt angekündigt. Infos und Updates auf www.teatrocristallo.it

Francesca Lazzaro
Presse und Kommunikation
Theater Cristallo 
Tel.0471/067827
ufficiostampa@teatrocristallo.it
www.teatrocristallo.it
 

(rm)

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