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Pressemitteilung: 14.05.2013 11:13
Themenbereich:  [Kultur]  [Veranstaltungen] 

Ein Stadtviertel erzählt, Abend mit Carlo Azzolini am 21. Mai 2013 um 18 Uhr in der Grundschule Don Bosco

Carlo Azzolini (Bild: , 632 Kilobyte, 2144 x 1424 pixel)

Carlo Azzolini

 
Bauen heute: Architektur und Nachhaltigkeit

Ein weiterer Abend in der Reihe "Ein Stadtviertel erzählt" wird am 21. Mai 2013 ab 18 Uhr in der Grundschule Don Bosco vom Architekten Carlo Azzolini gestaltet.

Das Thema: Casanova-Kaiserau und Firmian - Zwei Beispiele für ökologisches und nachhaltiges Bauen in der Stadt. Referent: Carlo Azzolini, Präsident der Architekturstiftung Südtirol.

Carlo Azzolini (geb. 1948 in Sterzing), Architekturstudium bei Giancarlo de Carlo in Venedig. Seit 1974 freiberuflicher Architektut gemeinsam mit Klaus Kompatscher. Projekte u.a. die "Claudiana" in Bozen (2006) und die Handelsschule "Rezia" St. Ulrich (2008). Kuratierte und begleitete wissenschaftlich zahlreiche Architektur- und Fotoausstellungen für das Landesamt für Kultur, Autor von Essays über die Geschichte der Stadt Bozen im 20. Jhdt., u.a. auch für die Publikation "Nicht nur Semirurali", (welche gerade eben neu aufgelegt wurde und beim Infopoint des Stadtarchivs unter den Lauben sehr günstig erworben werden kann) für "Turris Babel" und "Contrasti nell'architettura altoatesina, 1920-1940". Präsident der Architektenkammer Südtirols von 1982 bis 1984, Präsident der Architekturstiftung Südtirol seit 2011, Vizepräsident der Bahnhofsareal-Gesellschaft seit 2007.

Interview mit Carlo Azzolini

Laut einem italienischen Wörterbuch bezeichnet der Begriff "semirurale" eine
"area con caratteristiche urbane che convivono con l'ambiente rurale", also
einen "ländlichen Raum mit urbanen Eigenschaften". Möchten Sie diese
Begriffsbestimmung ergänzen?

Als "Semirurali" bezeichneten die faschistischen Stadtplaner Häuser im typischen
ländlichen Baustil (zweistöckige Häuser mit Gemüsegarten), die in den urbanen Raum
projiziert wurden. Dieses Wohnmodell entsprach jedoch nicht den Vorgaben des
Bozner Bebauungsplans, der für das Arbeiterviertel den Bau mehrstöckiger Gebäude
vorsah.
Woher rührt Ihr Interesse für das Thema Ihres Vortrags?
Mich interessiert, wie die unterschiedlichen Wohnmodelle das Stadtbild beeinflussen
und prägen. In meinem Beruf ist dieser Aspekt von besonderer Bedeutung.
Wie lauten die Schlüsselwörter Ihres Vortrags?
Das Schlüsselwort lautet Wohnqualität oder: Was gutes Leben ausmacht, innerhalb
und außerhalb der eigenen vier Wände.
Schließen Sie die Augen. Stellen Sie sich vor, wie Bozen in 30 Jahren
aussehen wird

Ich sehe eine Stadt, die nicht größer ist als heute. Der Ausdehnungsdrang ist nicht
mehr so stark wie in den 60er Jahren. Ich sehe eine Stadt, die strukturierter ist und
mehr auf die Qualität der Räume und Orte setzt, in denen sich die Menschen
bewegen. Eine Stadt ist mehr als die Summe ihrer Häuser: Was eine Stadt ausmacht,
sind die Beziehungen zwischen den Bauten und dem Raum, in dem sich die Menschen
bewegen.
Calvino schreibt in "Die unsichtbaren Städte": Städte wie Träume sind aus
Wünschen und Ängsten gebaut. Welche Wünsche und Ängste haben Sie?

Ich wünsche mir, dass es in jedem Stadtteil öffentliche Räume gibt, in denen man sich
gerne aufhält. Gleichzeit fürchte ich, dass dieser Wunsch nicht in Erfüllung geht, weil
es immer Brennpunkte geben wird, in denen soziale Benachteiligung spürbar ist.
Gibt es ein Buch über die Geschichte des 20. Jahrhunderts, das jeder
Schüler/jede Schülerin Ihrer Meinung nach gelesen haben sollte?

Es gibt sogar zwei Bücher:
- "Il ventre di Napoli" von Matilde Serao, in dem die Architektin die so genannten
"Bassi", also die typisch neapolitanischen Erdgeschosswohnungen, die direkt mit der
Straße verbunden sind, beschreibt, und in dem erstmals vom so genannten
"sventramento", also vom Ausbluten der historischen Stadtkerne, gesprochen wird,
und - "L'Urbanistica e l'avvenire della città" von Giuseppe Samonà, dem großen
Meister der italienischen Städteplanung.
Wer sollte bei einem Film über die "Semirurali-Siedlung" Regie führen?
Ivano Fossati.
 

 

 

(rm)
 
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