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Pressemitteilung: 15.02.2013 10:59
Themenbereich:  [Kultur]  [Veranstaltungen] 

Ein verborgener Schatz - St. Maria in der Au. Führung durch die Ausgrabungsstätte (mit Interview)

Carla Giacomozzi (Bild: , 88 Kilobyte, 1000 x 665 pixel)

Carla Giacomozzi

 
Führung am 19/02/2013, 18 Uhr, Treffepunkt Bürgerzentrum Don Bosco

Am Dienstag, den 19. Februar 2013 mit Beginn um 18 Uhr lädt das Kulturassessorat zum zweiten Abend in der Reihe "Ein Stadtviertel erzählt". Carla Giacomozzi vom Stadtarchiv wird durch das Freilichtmuseum mit den Resten von Maria in der Au führen. Treffpunkt ist das Bürgerzentrum Don Bosco.

Hier ein Kurzinterview mit der Historikerin:
Laut einem italienischen Wörterbuch bezeichnet der Begriff "semirurale" eine "area con caratteristiche urbane che convivono con l'ambiente rurale", also einen "ländlichen Raum mit urbanen Eigenschaften". Möchten Sie diese Begriffsbestimmung ergänzen?
Nein, dem ist nichts hinzuzufügen.

Woher rührt Ihr Interesse für das Thema Ihres Vortrags?
Als diplomierte Archäologin fasziniert mich das Graben in der Erde, wie auch das "Graben" in menschlichen Erinnerungen (die Vorgehensweise ist im Grunde dieselbe), die Sammlung von Zeugnissen und die Gewinnung neuer Erkenntnisse bereits seit meiner Studienzeit.

Wie lauten die Schlüsselwörter Ihres Vortrags?
Kirche, Archäologie, Stadtgebiet, Ausgrabungen, Vorstellungskraft, Pracht, Vergessenheit.

Schließen Sie die Augen. Stellen Sie sich vor, wie Bozen in 30 Jahren aussehen wird:
Ich sehe große Gebäude aus Glas inmitten ausgedehnter Grünflächen.

Calvino schreibt in "Die unsichtbaren Städte": Städte wie Träume sind aus Wünschen und Ängsten gebaut. Welche Wünsche und Ängste haben Sie?
Ich wünsche mir fröhliche Gesichter in der Stadt, auf den Straßen, in den Lehrsälen und Büros. Meine Befürchtung ist, dass wir unser Lachen nicht wiederfinden könnten.

Gibt es ein Buch über die Geschichte des 20. Jahrhunderts, das jeder Schüler/jede Schülerin Ihrer Meinung nach gelesen haben sollte?
Kein Geschichtsbuch, sondern einen Roman: "Die Stadt der Blinden" von José Saramago.

Wer sollte bei einem Film über die "Semirurali-Siedlung" Regie führen?
Alejandro Jodorowsky.

Am ersten Abend der Reihe "Ein Stadtviertel erzählt" hat Ennio Marcelli anhand von Fotos die Geschichte des Viertels erzählt. Die nächste Veranstaltung (nach der oben geschilderten) findet dann am 12. März statt und bringt "Erzählungen aus der Semirurali-Siedlung" mit Hannes Obermair und Maria Anna Ilmer Ebnicher in der Grundschule Don Bosco.

Das Projekt "Semirurali" konzentriert sich auf die Geschichte des Stadtviertels Don Bosco. Dieses Viertel von Bozen entstand in den 30er Jahren als Arbeiterwohnviertel: Die zahlreichen Arbeiterfamlien, die im Zuge der vom faschistischen Regime stark geförderten Zuwanderung nach Bozen gekommen waren und in den Fabriken der in den Vorkriegsjahren aus dem Boden gestampften Industriezone Arbeit gefunden hatten, lebten in den typischen "halbländlichen" Gebäuden der Semirurali-Häuser.
Die starke Zuwanderung italienischer Arbeiter diente auch der Italianisierung der ansässigen deutschen Bevölkerung von Bozen, da Südtirol nach dem Ende des 1. Weltkrieges zu Italien geschlagen worden war. In den 1980er Jahren wurden fast alle "Semirurali"-Häuser abgerissen (es waren mehrere Hundert an der Zahl) und an ihrer Stelle entstanden neue Mehrfamilienhäuser.
Kürzlich wurden bei Grabungsarbeiten wichtige archäologische Funde gemacht: Es handelt sich um die Reste einer Kirche, die auf das 12. bis 15. Jh. datiert werden kann. Ein neues Kapitel der Geschichtsforschung im Don-Bosco-Viertel ist eröffnet.

(rm)

Download:

 
Semirurali (Bild: , 85 Kilobyte, 814 x 595 pixel)

Semirurali

Maria in der Au (Bild: , 796 Kilobyte, 2256 x 1496 pixel)

Maria in der Au

 
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