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Pressemitteilung: 01.03.2012 16:17
Themenbereich:  [Kultur]  [Veranstaltungen] 

Das Exponat des Monats im Stadtarchiv Bozen

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März 2012: Die Bozner Marktberufung 1569

Mit Februar 2012 haben Stadtmuseum und Stadtarchiv eine langfristig angelegte Vermittlungs-Aktion gestartet, um den Boznerinnen und Boznern unbekannte Schätze aus den eigenen reichen Sammlungs- bzw. Archivbeständen vorzustellen. Als "Exponat des Monats" wird in regelmäßigen Abstanden bisher nicht Ausgestelltes, wenig Bekanntes, aber auch Kurioses im Foyer des Stadtmuseums oder im Infopoint (Stadtarchiv/Lauben 30) präsentiert.

Ein eigenes Begleitblatt zum jeweiligen Objekt in Wort und Bild liefert Informationen über die ausgestellten Kunstwerke und Gegenstände und ermöglicht eine vertiefende Beschäftigung. Zur freien Entnahme vor Ort.

Seit heute bittet das Stadtarchiv zur Besichtigung des Exponats des Monats. Es handelt sich dabei um ein ganz besonderes Dokument.

Ein Stadtarchiv lebt auch von Schenkungen und Leihgaben wohlgesinnter Zeitgenossen. 2011 wurde dem Stadtarchiv Bozen in großherziger Weise eine besondere Archivalie aus Bozner Privatbesitz übereignet. Es handelt sich um eine Bozner Marktberufung aus dem Jahre 1569. Der auf acht geheftete Papierblätter geschriebene deutschsprachige Text stammt aus dem wirtschaftlichen Bereich und hat wesentlich normativen Charakter. Er beruft sich auf das Bozner Stadtrecht, das bereits 1437 ebenfalls auf Deutsch verschriftlicht worden war.

Inhaltlich geht es um die Einberufung der periodischen Markttermine im Stadtgebiet, die im 16. Jh. auf Mittfasten, auf St. Gilgen oder Ägidi (1. September) und auf St. Andrä (30. November) fielen. Der Beginn des Textes lautet: 1569 - Die Berueffung in den märckten der statuten und freyhaiten der stat Botzenn. Sodann folgen gut 28 Einzelbestimmungen, die bei der Marktberufung öffentlich verkündet wurden.

Die Marktberufung erfolgte an den wichtigsten Orten der Stadt, so vor dem ehemaligen Heiliggeistspital gegenüber dem Dominikanerkloster, unter den Lauben am Eck des Waaghauses, beim Oberamtsgebäude in der Bindergasse und am Obstplatz. Letzerer - eigentlich der alte obere Platz (der seinen Namen vom ehemaligen Obertor ableitete) - war einer der zentralen Marktorte des Altstadtgefüges.

Der alte Straßenmarkt war längs der Brennerroute ideal gelegen, und war darum stets zentraler Kommunikationsort
Altbozens. Wirtshäuser und Marktgeschehen, Adelssitze und Patrizierhäuser, Gerichtsversammlungen, geistliche Spiele und Prozessionen sorgten auf dieser Bühne für soziale Durchmischung und nie ermüdende Geschäftigkeit.

(ar)

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