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Pressemitteilung: 23.01.2012 14:00
Themenbereich:  [Familie und Soziales]  [Schule und Freizeit] 

Schulpflicht. Zusammenarbeit der Institutionen erfolgreich

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Unterzeichnung

 
Einvernehmensprotokoll im Rathaus unterzeichnet

Heute wurde das definitive Einvernehmensprotokoll zum Thema "Verletzung der Schulpflicht" zwischen der Stadt Bozen, dem Betrieb für Sozialdienste, dem Deutschen und Italienischen Schulamt, der Staatsanwaltschaft beim Jugendgericht Bozen und der Quästur Bozen unterzeichnet.

Anwesend waren Schulstadträtin Judith Kofler Peintner, Sozialstadtrat Mauro Randi, Bruno Marcato (BSB), Peter Höllrigl und Nicoletta Minnei (Deutsches und Italienisches Schulamt), Antonella Fava (Staataanwaltschaft am Jugendgericht), Quästor Dario Rotondi.

Im Rahmen eines Einvernehmensprotokolls bemühen sich die verantwortlichen Einrichtungen in der Stadt Bozen, dem Drop-out, der "Verletzung der Schulpflicht", entgegenzuwirken. Erfolgreich, wie die ersten Ergebnisse dieser institutionellen Zusammenarbeit aus der Versuchsphase zeigen. Im Mai 2010 war das erste provisorische Einvernehmensprotokoll unterzeichnet worden, im Schuljahr 2010/11 war es das erste Mal angewandt worden. Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf Bildung. Sollten sie dieses Recht nicht in Anspruch nehmen, ist es Pflicht der Erwachsenenwelt, für einen regelmäßigen Schulbesuch zu sorgen.

Hier die ersten Ergebnisse: Nachdem in Bozen 29 Minderjährige nicht regulär in das Grundschuljahr 2011/2012 eingeschrieben worden waren, konnten 27 Fälle dank der Zusammenarbeit im Rahmen des Drop-out-Protokolls gelöst werden. In 14 Fällen (Mittelschule und Oberschule) wurde ein sehr unregelmäßiger Schulbesuch festgestellt, 5 Fälle konnten gelöst werden, 9 sind in Bearbeitung. Bei 5 Fällen von starker Schulangst (1 GS, 3 MS, 1 OS) konnten 3 gelöst werden, an 2 Fällen wird gearbeitet. In 4 Fällen wurde festgestellt, dass die Schulferien eigenmächtig verlängert wurden. Alle 4 Fälle sind gelöst. In 13 Fällen wurde die Schule verlassen. Alle 13 Fälle sind gelöst.

Die Staatsanwaltschaft beim Jugendgericht Bozen hatte 2010 die Initiative ergriffen und die Zusammenarbeit aller mit dem Thema "Verletzung der Schulpflicht" befassten Institutionen angeregt. Im Mai 2010 war ein erstes provisorisches Einvernehmensprotokoll unterzeichnet worden, es folgte eine Erprobungsphase, in den letzten Monaten wurde das Einvernehmensprotokoll dann angepasst und heute wird die definitive Fassung unterzeichnet. Ziel ist es, das Phänomen im Blick zu behalten und bei Bedarf nach gemeinsam vereinbarten Regeln im Sinne der Kinder und Jugendlichen eingreifen zu können.

Ausgearbeitet wurde das Einvernehmensprotokoll von den Ämtern der Stadtgemeinde Bozen (Amt für Unterricht, Stadtpolizei, Amt für Familie, Frau und Jugend), dem Betrieb für Sozialdienste Bozen, dem Deutschen und Italienischen Schulamt, der Staatsanwaltschaft beim Jugendgericht und der Quästur Bozen. Im Schuljahr 2010/2011 wurde es erstmals versuchsweise angewandt.

Das Einvernehmensprotokoll verfolgt das Ziel, programmierte und von allen Parteien mitgetragene Vorgehensweisen zu formalisieren, um das schulische Wohlbefinden zu fördern und dem Phänomen des Drop-out entgegenzuwirken.

Im Einvernehmensprotokoll sind die verschiedenen Vorgehensweisen in den folgenden Fällen definiert: a) Minderjährige, die nicht eingeschrieben werden, aber der Schulpflicht unterliegen; b) Schüler, die für längere Zeit den Unterricht nicht besuchen und/oder die Ferienzeit verlängern; c) Schüler, die nicht regelmäßig den Unterricht besuchen.

Das Einvernehmensprotokoll sieht folgende Vorgehensweisen vor:

a) Minderjährige, die nicht eingeschrieben werden, aber der Schulpflicht unterliegen: Die Schuldirektion nimmt eine erste Kontrolle vor und versucht dann die Familien jener Kinder, die der Schulpflicht unterliegen, aber nicht eingeschrieben wurden, zu kontaktieren. Falls dies zu keinem Ergebnis führt, teilt er die Namen dem Gemeindeamt für Unterricht mit, welches in Zusammenarbeit mit der Stadtpolizei die meldeamtlichen Daten überprüft. Die Stadtpolizei wird dann umgehend die Ergebnisse der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft mitteilen. Sollte es notwendig sein, wird auch die Quästur informiert.
b) Schüler, die für längere Zeit den Unterricht nicht besuchen und/oder die Ferienzeit verlängern: Die von der Schuldirektion beauftragte Lehrkraft der Klasse nimmt mit der Familie des fehlenden Schülers/der fehlenden Schülerin Kontakt auf, und erst zu einem späteren Zeitpunkt schaltet sich auch die Direktion ein. Bei erfolgloser Kontaktaufnahme wird die Staatsanwaltschaft informiert, der Sozialsprengel und das zuständige Gemeindeamt.
c) SchülerInnen, die nicht regelmäßig den Unterricht besuchen: In diesen Fällen wird gleich vorgegangen, wie in Punkt b).

Das Vereinbarungsprotokoll sieht jährlich zwei Treffen der beteiligten Institutionen vor, um mögliche Probleme zu besprechen.

Das Einvernehmensprotokoll hat bereits in seiner Erprobungsphase einen besseren Informationsaustausch und in der Folge raschere Vorgehensweisen bewirkt und die Zusammenarbeit zwischen den Institutionen zu diesem Themenbereich verbessert.

 

(ar)

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Gute Zusammenarbeit (Bild: , 1,494 Kilobyte, 2896 x 1944 pixel)

Gute Zusammenarbeit

Kofler Peintner, Randi, Rotondi (Bild: , 1,554 Kilobyte, 2896 x 1944 pixel)

Kofler Peintner, Randi, Rotondi

 
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