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Pressemitteilung: 13.04.2011 12:26
Themenbereich:  [Kultur]  [Veranstaltungen] 

Tagung: Franz Innerhofer und der frühe Faschismus in Bozen

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Berichterstattung

 
Am 15. April von 9 bis 12.30 Uhr

Am 15. April findet im Festsaal des Rathauses (Gumergasse) von 9 bis 12.30 Uhr eine Tagung statt, die sich mit dem Thema "Franz Innerhofer und der frühe Faschismus in Bozen" beschäftigt.

Die Tagung wird vom Stadtarchiv veranstaltet und richtet sich auch an die nachkommenden Generationen, Schülerinnen und Schüler. Als Referenten geladen wurden renommierte Historikerinnen und Historiker des Landes, und zwar Andrea Di Michele, Günther Pallaver, Stefan Lechner und Carla Giacomozzi. Der Leiter des Stadtarchivs, Hannes Obermair, führt ein.

Die Tagung wurde heute im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt, an welcher Kulturstadträtin Patrizia Trincanato, Hannes Obermair (Stadtarchiv), Siliva Spada (Amt für Museen und kunsthistorische Kulturgüter) und Christina Fanella (Amt für Kultur) teilgenommen haben.

Die Stadträtin betonte, dass man mit dieser Tagung einen weiteren Schritt auf dem Weg setze, welcher seit Jahren erfolgreich begangen werde, jenen des Kennenlernens der Geschichte dieser Stadt, die nicht nur lokale Geschichte ist sondern gleichzeitig auch Weltgeschichte. In den letzten Jahren habe man sich vermehrt um diese geschichtliche Aufarbeitung bemüht, und dafür danke sie ihrem Vorgänger Primo Schönsberg ausdrücklich, so Trincanato. Die Tagung sei keine Eintagsfliege sondern Teil eines Konzepts, an dem das Stadtarchiv intensiv und kompetent mitarbeite.

Dass die geschichtlichen Ereignisse, die diese Stadt geprägt haben, auch weltgeschichtliche Ereignisse sind, beweise u.a. das Medienecho auf den Blutsonntag, über den, wie Hannes Obermair berichtete, nicht nur lokale Medien geschrieben haben.

Am 24. April 1921, dem "Bozner Blutsonntag" wurde der Marlinger Lehrer Franz Innerhofer durch faschistische Schlägertrupps unter der Führung von Achille Starace, Roberto Farinacci und Alberto De Stefani im Ansitz Stillendorf brutal ermordet, während er versuchte, einen Schüler zu schützen. Faschistische Kommandos hatten am Obstplatz Sprengsätze auf den Trachtenfestzug der Bozner Messe geworfen. Die gewalttätige Phase von 1921/22 markierte in ganz Italien den allmählichen Übergang zum frühen autoritären Faschismus, der nach dem staatsstreichähnlichen "Marsch auf Rom" vom 28. Oktober 1922 endgültig die Macht im Staat an sich riss und nach und nach jeglichen demokratischen Pluralismus entschieden vernichtete. Für Bozen bedeuteten die Ereignisse auch das Ende der lang dauernden "Ära Perathoner", zumal der demokratisch gewählte Bürgermeister Julius Perathoner am 3. Oktober 1922 - in Folge der Besetzung des Bozner Rathauses durch die Faschisten am Vortag - seines Amtes enthoben und durch einen staatlichen Kommissär ersetzt wurde.

Ziel der Tagung ist es, einerseits an die Geschehnisse vor 90 Jahren zu erinnern, andererseits neue Erkenntnisse zum Aufkommen rechtspopulistischer, autoritärer und totalitärer Gewaltformen am Südtiroler Beispiel zu gewinnen.
 

(rm)

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