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Pressemitteilung: 13.07.2011 14:31
Themenbereich:  [Kultur] 

Gedenkstätten der Deportation: Erklärende Tafeln

Gedenkstätte beim Virgltunnel (Bild: , 1,425 Kilobyte, 2896 x 1944 pixel)

Gedenkstätte beim Virgltunnel

 
Damit Erinnerung gegen das Vergessen wirkt

Zum 60. Jahrestag der Befreiung hatte die Stadt Bozen am 25. April 2005 an drei Gedenkstätten der Deportation (Durchgangslager Reschenstraße, Geleise Pacinotti-Straße und in Haslach unterhalb des Virgltunnels) Kunstwerke angebracht, die an diese Zeit erinnern sollen.

Die Künstlerin Christine Tschager hatte einen entsprechenden Wettbewerb gewonnen. (Vgl. http://www.gemeinde.bozen.it/cultura_context.jsp?area=11&ID_LINK=2626&page=1).

Nun hat das Stadtarchiv die erklärenden Tafeln an allen drei Standorten erneuert und auf Lesepulten angebracht - ein Anlass, um sich wieder einmal mit diesem dunklen Kapitel der Stadtgeschichte zu befassen.

Heute wurden die neuen Tafeln an einer der Gedenkstätten in Haslach der Öffentlichkeit präsentiert. Die Gedenkstätte in Haslach erinnert an die Zwangsarbeit, die im heutigen Virgltunnel stattfand.

Die Stadträtin für Kultur und aktives Zusammenleben, Patrizia Trincanato betonte: "Wir bemühen uns sehr, die Erinnerung aufrecht zu erhalten, um aufzuklären und aufzuarbeiten". Das Stadtarchiv, so die Stadträtin, setze seine Dokumentations- und Forschungsarbeit fort. "Damit dieser dunkle Abschnitt der Geschichte, der auch vor Bozen nicht Halt gemacht hat, in Erinnerung bleibt". Eines der Ziele sei es, den Jugendlichen dadurch die Möglichkeit zu bieten, "sich selbst ein Bild von dieser Vergangenheit zu machen und die Kenntnisse darüber zu vertiefen".

Zu diesem Thema hat das Stadtarchiv auch eine thematische Karte veröffentlicht, in welcher die einzelnen Stadtorte beschrieben sind. "Bozen. Routen 1943-1945" ist im Rahmen des Projekts "Historische Stätten und Objekte" entstanden. Die Karte kann auch auf der Homepage der Stadt Bozen eingesehen werden.

An der Pressekonferenz nahmen der Leiter des Stadtarchivs, Hannes Obermair und die für das Projekt Verantwortliche, Carla Giacomozzi, teil. Sie erläuterte, dass die erklärenden Taflen ausgetauscht werden mussten, weil die ursprünglichen nach all den Jahren Witterungsschäden aufwiesen. "Wir haben die Tafeln nicht nur erneuert sondern in zwei Fällen (Claudia-Augusta-Straße und Pacinotti-Straße) auch auf benutzerfreundlichen Lesepulten angebracht". Um die Werke in Zukunft besser zu schützen, bringt die Stadt nun auch ein Alarmsystem an.

Stadtviertelratspräsidentin Wally Rungger und die ANPI-Vertreter und die Gemeinderäte (Margheri, Schönsberg) wollten durch ihre Anwesenheit bei der Vorstellung die Bedeutung dieser Initiative unterstreichen, welche dazu beiträgt die Geschichte der Stadt aufzuarbeiten.

Zwischen 1944 und 1945 war im Virgltunnel die IMI untergebracht, welche Kugellager für die Rüstungsindustrie herstellte. Die Insassen des Durchgangslagers wurden hier zur Arbeit gezwungen.

Lionello Bertoldi (ANPI) unterstrich, dass die Bevölkerung immer wieder in kleinen und großen Zeichen ihre Solidarität mit den Deportierten zum Ausdruck gebracht hat.

Man wolle Sensiblisierungsarbeit und Erinnerungsarbeit leisten, die in Bozen besonders wichtig sei, betonten die TeilnehmerInnen an der Pressekonferenz.

(rm)
 
Tafel (Bild: , 1,324 Kilobyte, 2896 x 1944 pixel)

Tafel

Obermair, Giacomozzi, Trincanato, Rungger (Bild: , 1,377 Kilobyte, 2896 x 1944 pixel)

Obermair, Giacomozzi, Trincanato, Rungger

Pressekonferenz (Bild: , 1,417 Kilobyte, 2896 x 1944 pixel)

Pressekonferenz

 
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