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Pressemitteilung: 04.01.2011 10:54
Themenbereich:  [Kultur]  [Gemeindepolitik]  [Raumplanung] 

100 Jahre Vereinigung der Gemeinde Zwölfmalgreien mit der Stadt Bozen

Die neu trassierte Julius-Perathoner-Straße, jetzige Piavestraße, die seit Jänner 1911 Bozen mit der ehemals selbstständigen Gemeinde Zwölfmalgreien verbindet (Bild: , 176 Kilobyte, 1085 x 693 pixel)

Die neu trassierte Julius-Perathoner-Straße, jetzige Piavestraße, die seit Jänner 1911 Bozen mit der ehemals selbstständigen Gemeinde Zwölfmalgreien verbindet

 
Seit dem 1. Jänner 1911 sind Bozen und Zwölfmalgreien eine gemeinsame Großgemeinde

Vor exakt hundert Jahren trat die Vereinigung in Kraft, auf Grund von demokratisch gefassten Beschlüssen der beiden Gemeindevertretungen und gemäß Landesgesetz vom Oktober 1910.

Die Stadtverwaltung wird in den nächsten Wochen mit einer kleinen Feier an die Vereinigung vor 100 Jahren erinnern.

Um den Zusammenschluss auch verkehrstechnisch zu bewältigen, wurde 1910 die neue Julius-Perathoner-Straße (heutige Piavestraße) mit dem großen Torbogen am Amonn-Haus angelegt. Es war das sinnfällige Zeichen des Expansionswillens der aufstrebenden Stadt Bozen, die in den Jahren der Gründerzeit vor dem Ersten Weltkrieg einen regelrechten Bauboom und ein nachhaltiges demografisches Wachstum erlebte. Die baulichen Zeichen dieses Anbruchs der Moderne waren die zahlreichen Schulneubauten und das Stadtmuseum, die Elektrizitätswerke, das neue Rathaus und die öffentlichen Verkehrsverbindungen innerhalb und außerhalb der Stadt (Rittner und Kohlerer Bahn).

Die Vereinigungsfeier selbst fand am 6. Jänner 1911 im Bozner Rathaussaal in Form einer außerordentlichen Gemeinderatssitzung statt. Der Festakt versammelte neben den Gemeinderäten von Zwölfmalgreien und Bozen (siehe unten) zahlreiche Spitzenvertreter des öffentlichen Lebens, unter ihnen der Tiroler Statthalter Baron Spiegelfeld, Bozens Bezirkshauptmann Johann Haymerle, Vizebürgermeister Dr. Erler von Innsbruck, mehrere Landtagsabgeordnete und Generäle und Oberste des Militärs. Bürgermeister Julius Perathoner hielt die Festansprache und schloss mit den emphatischen Worten: "Für die Geschichte und Entwicklung der Stadt beginnt nun eine ganz neue Epoche".

Zentrales Motiv der Eingemeindung waren das Bevölkerungswachstum beider Gemeinwesen und der damit verbundene Bedarf an Wohnungen und Arbeitsstätten. Außerdem benötigte die Stadt Bozen Fläche, um sein Wirtschaftswachstum zu steuern. Bozen war 1910 eine "Stadt ohne Raum": die Katastralgemeinde Bozen umfasst gerade mal 0,69 km2, während die KG Zwölfmalgreien auf 33,12 km2 kommt (KG Gries: 18,42 km2).

Laut der österreichischen Volkszählung von 1910 betrugen die Einwohnerzahlen von Bozen 13.640 und von Zwölfmalgreien 9.558, zusammen also 23.198 Einwohner. (Die bis 1925 selbständige Marktgemeinde Gries wies 1910 eine Einwohnerzahl von 6.043 auf, so dass man auf ein urbanes Agglomerat von knapp 30.000 Einwohnern kommt). Seit 1900 hatte sich die Gesamt-Einwohnerzahl um fast 10.000 Personen erhöht, hatte also um fast ein Drittel zugenommen.
1910 wurden in Bozen ca. 750 Häuser gezählt, in Zwölfmalgreien ca. 500, zusammen exakt 1274 Häuser! (Gries hatte nochmals 515 Häuser).

Politische Vertretung Bozens 1910: Bürgermeister Dr. Julius Perathoner, Vize-BM Paul Christanell
+ 7 Magistratsräte (Emil Amonn, Hans Forcher-Mayr, Ingenuin Hofer, Dr. Anton Kinsele, Anton Pattis, Eduard von Sölder, Dr. Wilhelm von Walther)
+ 25 Gemeinderäte (Franz von Banaston, Dr. Josef von Braitenberg, Josef Burgauner, Paul Casper, Karl Delug, Karl Erberl, Anton Frick, Tony Grubhofer, Josef Kerschbaumer, Anton Koranda, Max Liebl, Friedrich Marchesani, Anton Mutter, Alois Oberrauch, Hans Pircher (+), Alois Ranzi, Anton Reinstaller, Josef Rössler, Albert Schmidt, Franz Schöch, Franz Staffler jun., Fritz von Tschurtschenthaler, Otto Wachtler, Heinrich Vieider, Dr. Anton von Walther) + Schriftführer Magistratsoberkommissär Dr. Rudolph bzw. Magistratskommissär Rudolf Pfister

Politische Vertretung Zwölfmalgreiens 1910: Gemeindevorsteher Dr. Franz von Hepperger
+ 9 Gemeinderäte (Josef Trafojer, Theodor Baur, Josef Schlechtleitner, Albert Canal, Peter Gasser, Franz Rottensteiner)
+ 10 Gemeindeausschüsse (Johann Auhuber, Florian Egger, Alois Gelf, Alois Trafojer, Friedrich Groll, Josef Gruber, Alois Lageder, Anton Mumelter, Johann Scherlin, Peter Schlechtleitner, Anton Zelger) + Schriftführer Anton Stürz

(ar)
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