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Pressemitteilung: 04.02.2010 14:23
Themenbereich:  [Kultur]  [Veranstaltungen] 

Geschichte eines Exodus. Tagung am 8. Februar

Exodus (Bild: jpg, 13 Kilobyte, 354 x 326 pixel)

Exodus

 
Die Geschichte der Vertriebenen aus Istrien und Dalmatien

Am 10. Februar, dem Tag der Erinnerung,  wird der Opfer der Foibe (unzugängliche Karsthöhlen entlang der kroatischen und slowenischen Küsten, in welche die Opfer von Massakern geworfen wurden) aber auch der Vertriebenen aus Istrien und Dalmatien gedacht. Über 150.000 italienisch-venezianische Istrianer verließen nach 1945 als Vertriebene Istrien im Zuge der Repression durch das Tito-Regime.


Viele von ihnen wanderten auch nach Bozen/Südtirol aus. 615 Vertriebenenfamilien sind in den Nachkriegsjahren (mit einem Höhepunkt im Jahr 1947) nach Bozen/Südtirol gekommen, sie wurden zunächst in einer Kaserne in Leifers untergebracht und haben dann in Bozen Fuß gefasst oder sind in später Jahren wieder weitergezogen (vielfach nach Australien). Diese Daten entstammen der Flüchtlingskartei der Associazione Nazionale Venezia Giulia e Dalmazia (ANVGD), Komitee Bozen. Sie stellt die Grundlage für die historische Forschung dar, welche das Stadtarchiv in den letzten Jahren in Zusammenarbeit mit der Universität Trient und dem Historiker Giorgio Mezzalira durchgeführt hat. Erste Ergebnisse werden am 8. Februar, wird im Rahmen der Tagung "Geschichte eines Exodus. Vertriebene aus Istrien und Dalmatien in Südtirol. Erste Forschungsergebnisse" (Beginn 18 Uhr Altes Rathaus, Lauben) vorgestellt.

Im Rahmen einer Pressekonferenz haben heute Bürgermeister Luigi Spagnolli, Kulturstadtrat Primo Schönsberg sowie Hannes Obermair und Angela Mura vom Stadtarchiv über diese Tagung berichtet.


Die Geschichte der Stadt Bozen ist von der Geschichte dieser Auswanderung mehr geprägt, als dies auf den ersten Blick den Anschein hat, stammen doch zwei ehemalige Bürgermeister der Stadt Bozen, Giovanni Salghetti Drioli und Giovanni Benussi, aus solchen Auswandererfamilien. 1995 war der damalige Journalist Riccardo Dello Sbarba anlässlich von Recherchen über die gemeinsame Geschichte dieser zwei Bürgermeister auf das Archiv des ehemaligen Präsidenten des Vereins der Vertriebenen (Associazione Nazionale Venezia Giulia e Dalmazia ANVGD), Alfredo Negri, gestoßen, hat erste Daten in einem Artikel für die Wochenzeitung FF (19/95) aufgearbeitet und den Nachlass dann im Rahmen der "Euromediterranea" der Stadt übergeben. Das Stadtarchiv hat nun in Zusammenarbeit mit der Universität Trient diesen Nachlass aufgearbeitet, und bei der Tagung am 8. Februar werden Angela Mura, Gustavo Corni und Giorgio Mezzalira erste Ergebnisse vorstellen und eine geschichtliche Einordnung versuchen.

Bürgermeister Luigi Spagnolli betonte bei der Pressekonferenz zur Vorstellung der Tagung die Bedeutung, die es auch für das Zusammenleben habe, die Geschichte der Stadt und ihrer Bürgerinnen und Bürger zu erkennen, Stadtrat Primo Schönsberg wies darauf hin, wie wichtig in Bozen auch der Blick zurück sei und Hannes Obermair betonte, dass die schmerzliche Erfahrung der Vertriebenen vor allem für Südtirolerinnen und Südtiroler gut nachvollziehbar sei. Angela Mura schließlich erläuterte die bisher erfolgte Forschungsarbeit.

Die Tagung "Geschichte eines Exodus. Vertriebene aus Istrien und Dalmatien in Südtirol. Erste Forschungsergebnisse" findet am 8. Februar mit Beginn um 18 Uhr im Konferenzsaal des Stadtarchivs im Alten Rathaus (Lauben) statt.
Info: Stadtarchiv, Tel. 0471 997291, angela.mura@gemeinde.bozen.it.

Anlässlich des Tages der Erinnerung wird in Bozen am 10. Februar um 10 Uhr mit einer Feierstunde beim Gedenkstein auf der Quireiner Wassermauer der Opfer dieser historischen Ereignisse gedacht.

Am 21. Februar lädt die Vereinigung der Vertriebenen Associazione Nazionale Venezia Giulia e Dalmazia zur Aufführung des Theaterstücks "Foibe rosse" um 16.30 Uhr ins Cristallo Theater in die Dalmatienstraße.

 

(rm)

Download:

 
Pressekonferenz (Bild: jpg, 1,476 Kilobyte, 2896 x 1944 pixel)

Pressekonferenz

Pressekonfernz (Bild: jpg, 1,521 Kilobyte, 2896 x 1944 pixel)

Pressekonfernz

Gedenkstein Quireiner Wassermauer (Bild: jpg, 714 Kilobyte, 2256 x 1496 pixel)

Gedenkstein Quireiner Wassermauer

Gedenkfeier (Bild: jpg, 572 Kilobyte, 2256 x 1496 pixel)

Gedenkfeier

 
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