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Aufenthaltsgenehmigung

Die Aufenthaltsgenehmigung ist der von den Quästuren, die gemäß dem Wohnsitz des ausländischen Staatsbürgers zuständig sind, ausgestellter Aufenthaltstitel, der für einen begrenzten Zeitraum und mit einer spezifischen Begründung für die Dauer des Aufenthaltes im italienischen Staat ausgestellt wird.

Wo wird sie beantragt?

Die Aufenthaltsgenehmigung wird bei der Quästur jener Provinz beantragt, in der sich der Ausländer aufhält, und zwar innerhalb von 8 Arbeitstagen ab seiner Einreise nach Italien; dabei ist der gültige Pass mit Einreisevisum vorzulegen.

Der Quästur bietet ein nützliches Dienst: die Möglichkeit eigene Aufenthaltsgenehmigung Online zu kontrollieren: http://questure.poliziadistato.it/stranieri/ .

Im Antragsgesuch muss der Ausländer folgende Daten angeben:

  • die personenbezogenen Daten
  • die Lokalität, in welcher der Ausländer vorsieht sich aufzuhalten
  • den Aufenthaltsgrund (welcher auf dem Einreisevisum vermerkt ist)

Erforderliche Unterlagen:

  • Pass oder anderes gleichwertiges Dokument, aus dem Staatsangehörigkeit, Geburtsdatum, auch nur mit Angabe des Jahres, und Geburtsort der Betreffenden hervorgehen, sowie Einreisevisum, falls vorgeschrieben;
  • Geldmittel und Verfügbarkeit über die Summe der Heimkehrspesen (wenn der Betroffene nicht aus Arbeitsgründen eingereist ist);
  • 4 Passfotos;
  • weitere eventuelle Dokumentation, welche sich auf den spezifischen Aufenthaltsgrund bezieht.

Abnahme der Fingerabdrücke:

Dem Ausländer, der eine Aufenthaltsgenehmigung beantragt, werden die Fingerabdrücke abgenommen.

Sonderfälle:

  • bei Fällen für den Aufenthalt von geführten Reisegruppen zwecks Tourismus, die nicht länger als 30 Tage dauern, kann die Anfrage für die Aufenthaltsgenehmigung vom Gruppenführer beantragt werden;
  • für den Aufenthalt in zivilen oder religiösen Gemeinschaften, in Krankenhäusern oder ähnlichen Kurorten, kann die Anfrage für die Aufenthaltsgenehmigung vom Leitenden der Aufnahmestruktur oder vom Vorsitzenden des Hauses, des Krankenhauses, des Instituts bzw. der Gemeinschaft, in welcher der Ausländer untergebracht wird, durchgeführt werden.

Ausstellung und Dauer:

Die Aufenthaltsgenehmigung wird gemäß den Begründungen und der Zeitdauer, wie sie auf dem Visum angegeben sind, ausgestellt und kann nicht länger sein als:

  • 3 Monate für Besuche, geschäftliche Angelegenheiten oder Tourismus (gültig auch für die von den "Schengen"-Ländern ausgestellten Aufenthaltsgenehmigungen);
  • mehr als 1 Jahr in Bezug auf den Besuch von Studiengängen Bildungskursen, die wie vorgeschrieben bescheinigt werden müssen (diese Genehmigungen sind im Falle von mehrjährigen Kursen erneuerbar).

Die Aufenthaltsgenehmigung für Arbeitszwecke wird im Anschluss an den Abschluss des Vertrags über den Aufenthalt zu Arbeitszwecken ausgestellt und gilt für die gleiche Dauer wie dieser Vertrag; sie kann auf jeden Fall nicht länger sein als:

  • neun Monate bei einem oder mehreren Verträgen über Saisonarbeit;
  • ein Jahr beim befristetem Arbeitsvertrag;
  • zwei Jahre beim Vertrag über unbefristete, unselbständige Arbeit.

Die Dauer der Aufenthaltsgenehmigung für selbständige Arbeit und für Familienzusammenführung darf zwei Jahre nicht überschreiten.

Erneuerung:

Die Erneuerung der Aufenthaltsgenehmigung muss beim Quästor jener Provinz beantragt werden, in der sich der Ausländer aufhält, und zwar innerhalb folgender Termine:

  • mindestens 90 Tage vor Ablauf bei der Aufenthaltsgenehmigung für unbefristete unselbständige Arbeit;
  • mindestens 60 Tage vor Ablauf bei Aufenthaltsgenehmigung für befristete unselbständige Arbeit;
  • mindestens 30 Tage vor Ablauf in allen anderen Fällen.

Die Genehmigung wird für eine Dauer erneuert, die nicht länger ist als jene der Erstausstellung.
Der Verlust der Arbeitsstelle, auch wegen Kündigung, ist kein ausreichendes Motiv für den Entzug der Aufenthaltsgenehmigung des Arbeiters und seiner rechtlich ansässigen Familienangehörigen, die sich legal im Land aufhalten. Er kann nämlich in den Arbeitslosenlisten auf Grund der Arbeitsplatzsuche für die restliche Dauer der Aufenthaltsgenehmigung und allenfalls für einen Zeitraum von nicht weniger als sechs Monaten eingetragen sein.
Die Aufenthaltsgenehmigungen wegen Tourismus können nur bei Vorliegen von ernsthaften Gründen, welche im Besonderen humanitären Charakters sind oder aus internationalen oder verfassungsrechtlichen Pflichten hervorgehen, erneuert werden.
Dem Ausländer, der um Erneuerung der Aufenthaltsgenehmigung ansucht, werden die Fingerabdrücke abgenommen.

Verweigerung:

Wenn die Erneuerung der Aufenthaltsgenehmigung abgelehnt wird, stellt die Quästur dem Betroffenen die Ablehnungsverfügung mit der Benachrichtigung zu, dass auf Grund des Vorliegens der Voraussetzungen gegen ihn vorgegangen und die Abschiebung zur Anwendung gebracht wird; dem Ausländer wird eine Frist von vierzehn Tagen zur freiwilligen Rückkehr in die Heimat gewährt.

Umwandlung der Aufenthaltsgenehmigung:

Die Aufenthaltsgenehmigung zwecks abhängiger oder autonomer Arbeit und aus familiären Gründen kann auch für andere, dem Ausländer erlaubte Tätigkeiten, verwendet werden, dies auch ohne Umwandlung bzw. Änderung, für die gültige Zeitdauer der Genehmigung. Bei Erneuerung wird die Aufenthaltsgenehmigung für die effektiv ausgeübte Tätigkeit ausgestellt.
Die Aufenthaltsgenehmigung für Studien- und Ausbildungszwecke kann vor Ablauf in eine Aufenthaltsgenehmigung für Arbeitszwecke umgewandelt werden, und zwar im Rahmen der vom Dekret über die Ströme (Art. 3, Abs. 4 des gesetzesvertretenden Dekrets 286/1998) festgelegten quantitativen und qualitativen Quoten, und bei unselbständiger Arbeit nach vorherigem Abschluss des Vertrags über den Aufenthalt zu Arbeitszwecken (Art. 6, Abs. 1 des gesetzesvertretenden Dekrets 286/1998).
Die Aufenthaltsgenehmigung für familiäre Wiedervereinigung oder für den Eintritt im Gefolge des Arbeiters erlaubt die Ausübung sowohl von abhängiger als auch autonomer Arbeit.
 

Pflichten des Gastfreundes und des Arbeitgebers:
Gesetzesvertretendes Dekret 286/1998, Art. 7

Ein jeder, der, in jeglicher Eigenschaft, einem Ausländer oder Staatenlosen Unterkunft bzw. Gastfreundschaft gewährt, auch im Falle von Verwandtschaft oder gleichartigem, oder ihn in eigener Abhängigkeit mit jeglicher Begründung anstellt oder ihn als Eigentümer oder Nutznießer von ländlichen oder städtischen Immobilien, die im Staatsgebiet liegen, einsetzt, ist verpflichtet, die lokale öffentliche Sicherheitsautorität innerhalb von 48 Stunden schriftlich zu benachrichtigen.
Bei Verletzungen der Bestimmungen bezüglich der Pflichten des Beherbergenden und des Arbeitgebers wird eine Geldstrafe von 160,00 bis 1.100,00 Euro verhängt.

Wiedereinreise nach Italien mit der Aufenthaltsgenehmigung
Gesetzesvertretendes Dekret 286/1998, Art. 4, Abs. 2

Für die Wiedereinreise des Ausländers mit Aufenthaltsgenehmigung nach Italien genügt eine vorherige Mitteilung an die Grenzbehörde.

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