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Der evangelische Friedhof

Ein protestantischer Friedhof ist in Bozen im Areal südlich der Dominikanerkirche erstmals im Jahre 1705 urkundlich belegt.

Der evengelische Friedhof in Bozen (Bild: , 2,225 Kilobyte, 1040 x 776 pixel)

Der evengelische Friedhof in Bozen

 

Er wurde auf einem kleinen Garten angelegt, der vom örtlichen Merkantilmagistrat eigens angekauft worden war, um Kaufleute protestantischen Glaubens beizusetzen, die sich anlässlich der jährlichen Handelsmessen in Bozen befanden und hier verstarben. Im Jahre 1892 wurde im Neuen Grieser Friedhof, zu jenem Zeitpunkt erst seit sechs Jahren genutzt, ein eigener Bereich für Protestanten vorgesehen. Das letzte evangelische Begräbnis fand dort im Mai 1915 statt, der Friedhof wurde 1934 geschlossen und 1957/58 dann endgültig aufgelöst.

Am 15. März 1915 erwarb die von Pastor Karl Wilhelm Haffner (1875-1924) geleitete Evangelisch-Lutherische Gemeinde Bozen-Gries von den Gebrüdern Schwarz ein Grundstück in Oberau längs der Nationalstraße unweit des jüdischen Friedhofs, um dort einen neuen Bestattungsort für Christen evangelischen Bekenntnisses zu errichten. Das von Architekt Steiner entworfene Bauprojekt wurde bis zum 1. November 1915 verwirklicht, obschon bereits Ende Juni 1915 die ersten Beisetzungen stattfanden. In den Jahren zwischen 1916 und 1918 wurde auch eine Kapelle erbaut. Während der Kriegszeit beherbergte der Friedhof Leichname von Soldaten protestantischen Glaubens, die später in den Soldatenfriedhof von Sankt Jakob überführt wurden. In den frühen 1930er-Jahren wurde der Friedhof erweitert, die Kapelle 1988 restauriert.

(Auszug aus "Bozen. Wege zu den Friedhöfen und Grabstätten" - Historische Stätten und Objekte, Stadtarchiv der Stadtgemeinde Bozen)

 
1915: Ansuchen der Predigtstation der evangelischen Gemeinde Meran um einen Friedhofsneubau in St. Jakob bei Bozen (Nr.61) (Bild: jpg, 301 Kilobyte, 878 x 1400 pixel)

1915: Ansuchen der Predigtstation der evangelischen Gemeinde Meran um einen Friedhofsneubau in St. Jakob bei Bozen (Nr.61)

 
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