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Der jüdische Friedhof

Urkundlich belegt ist ein jüdischer Friedhof in Bozen seit dem Jahr 1431, und zwar im Garten der derzeitigen Propstei, nicht weit vom christlichen Friedhof entfernt.

Der jüdische Friedhof von Bozen (Bild: , 2,076 Kilobyte, 1038 x 795 pixel)

Der jüdische Friedhof von Bozen

 

Im 16. Jahrhundert wurde der Friedhof der Juden beim "Ziegelstadel" längs der Talfer, in der Nähe der jetzigen Rosministraße, angesiedelt. 1614 erwarb der Bozner Kaufmann Gerson zwei Grundstücke unterhalb der Haselburg, die Teil des derzeitigen Friedhofes in Oberau sind, um dort jüdische Verstorbene zu begraben. Dem Israelitischen Kultuskomitee für Südtirol in Meran wurden dann im Jahr 1921 einige umliegende Grundstücke gewidmet, die im darauffolgenden Jahrzehnt zur Erweiterung des Friedhofsbereichs verwendet wurden.

1933 errichtete das Bauunternehmen von Giovanni Lorenzi nach einem Projekt des Architekten Erich Pattis (1902-1996) eine Totenkapelle. Die Grabsteine aus dem 17. und 18. Jahrhundert sind entweder verloren gegangen oder unter dem Erdboden verborgen; der älteste erhaltene Gedenkstein, der ausschließlich in hebräischer Schrift verfasst ist, geht auf das Jahr 1804 zurück und ist Mordechài ben Gerson gewidmet.

Der Friedhof beherbergt unter anderem die sterblichen Überreste einiger österreichischungarischer Soldaten, die während des Ersten Weltkriegs verstarben, und einiger in den Jahren 1944 bis 1945 im Bozner NS-Lager in der Reschenstraße umgekommener Juden.

(Auszug aus "Bozen. Wege zu den Friedhöfen und Grabstätten" - Historische Stätten und Objekte, Stadtarchiv der Stadtgemeinde Bozen)

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