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Die Grosszählungen

Volks- und Wohnungszählungen

Die EU sieht vor, dass die Mitgliedsstaaten in regelmäßigen Abständen Volkszählungen durchführen. Dieser Pflicht kommt Italien mit der Durchführung der in Zehnjahresabständen stattfindenden Volks- und Wohnungszählung nach.

Die erste fand 1861 (in Südtirol 1869) statt, 1951 wurde sie um die Wohnungszählung erweitert. Gleichzeitig zur italienweiten Volks- und Wohnungszählung und Gebäudezählung wird in Südtirol auch die Sprachgruppenzählung durchgeführt.
 
Das oberste Ziel der Volkszählung ist die Feststellung der amtlichen Einwohnerzahl Italiens und die Aktualisierung der Melderegister. Die Daten zur amtlichen Bevölkerung werden für zahlreiche Zwecke, auch im Verwaltungsbereich, verwendet (z.B. Einteilung der Bezirke und Wahlkreise). Ein weiteres zentrales Ziel ist die Beschaffung von Informationen über den Wohnraum, die Bildung und Beschäftigungssituation der Bevölkerung auf Gemeindeebene.
 
Die Ergebnisse werden die Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur und -entwicklung widerspiegeln und es ermöglichen, die künftigen politischen, sozialen und wirtschaftlichen Maßnahmen auf der Grundlage von gesicherten und aktuellen Daten zu treffen. Diese Daten spielen beispielsweise bei der Infrastrukturplanung eine Rolle, z.B. bei der Erweiterung von Ausbildungsangeboten (Bau von Kindergärten und Schulen) oder von Einrichtungen im Sozial- und Fürsorgewesen (Bau von Alters- und Pflegeheimen).
 
Der Fragebogen für die Haushalte (kurz: Haushaltsbogen) erfasst nicht nur die Angaben zu den einzelnen Haushaltsmitgliedern, sondern auch Informationen zur Wohnung: Das Spektrum reicht von Fragen zur Anzahl der Zimmer, Bäder und Autoabstellplätze über Fragen zu den Festnetz- und Internetanschlüssen bis zu jenen zu den Heizanlagen und erneuerbaren Energien.
 
Mit dem Haushaltsbogen werden neben den ständig in der Wohnung wohnhaften Haushaltsmitgliedern auch zufällig bzw. vorübergehend anwesende Personen gezählt. Diese werden jedoch anonym, d.h. ohne Angabe des Namens, erfasst.
 
Die Angaben der Bürgerinnen und Bürgern unterliegen dem statistischen Geheimnis und dem Schutz der personenbezogenen Daten. Die Informationen dürfen nur in zusammengefasster Form veröffentlicht werden, sodass keine Rückschlüsse auf einzelne Haushalte oder Personen möglich sind.
Die letzte Volkszählung fand 2011 statt, mit Stichtag 9. Oktober.

Die Arbeitsstättenzählung

Sie findet parallel zur allgemeinen Volkszählung statt, demnach alle zehn Jahre.
Bei dieser Zählung wird das Ausmaß der  wirtschaftlichen Gesamtstruktur erhoben, das heißt Anzahl der betreibende Unternehmen in den einzelnen Wirtschaftsbereichen, die einzelnen Arbeitsstätten sowie die Anzahl der jeweiligen Beschäftigten.
1996 wurde  auch eine Zwischenzählung der Arbeitsstätten durchgeführt, wobei jedoch nicht das traditionelle System der direkten Erhebung angewandt wurde, sondern ein Gesamtbild aus den Daten und Informationen ausgearbeitet wurde, die bereits bei anderen Ämtern und Körperschaften, wie  Finanzministerium,  NISF,  Handelskammer,  INAIL und  ENEL auflagen.

Die Landwirtschaftszählung

Ebenfalls alle zehn Jahre findet diese Zählung statt, mit dem Ziel, ein Gesamtbild im Bereich der Land- und Forstwirtschaft sowie der Tierhaltung zu erlangen.
Der Erhebungsbereich dieser Zählung umfasst vor allem die betriebswirtschaftliche Ausrichtung der Betriebe, die Art der Bodenbenutzung, die Kulturarten und Sorten bzw. der Tierarten und Rassen, die Ertragsmengen, wie auch zusammenhängende Aspekte, wie die Zahl der landwirtschaftlichen Maschinen sowie die Belieferung mit Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln.
Die letzte Landwirtschaftszählung fand im Jahr 2010 statt.
 

Für weitere Informationen: www.istat.it/censimenti/ 
 

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