Fahrradbarometer

Durch den starken Anstieg des Fahrradverkehrs hat es sich als sinnvoll erwiesen, an bedeutenden Punkten des Fahrradnetzes den Durchgangsverkehr zu messen. Dafür hat das Amt für Mobilität ein integriertes System entwickelt, das in Echtzeit Auskunft gibt über das Fahrradaufkommen und über andere relevante Aspekte: das Fahrradbarometer.

Nach Stockholm (Schweden), Kristiansand (Norwegen) und Odense (Dänemark) hat die Stadt Bozen als erste italienische Stadt ein "Bicycle Barometre - Fahrradbarometer" installiert.

Seit dem 14. Mai 2006 gibt es ein solches Barometer auf dem Radweg nahe der Rosministraße und damit in der Nähe der verkehrsberuhigten Altstadt. Wer die Zählstelle - egal aus welcher Richtung - mit dem Fahrrad passiert, wird gezählt. Der Bildschirm zeigt die Zahl der Fahrradfahrenden am aktuellen Tag und jeweils von Jahresbeginn an.

Solche Fahrradbarometer sind auch Teil einer Marketingstrategie zur Förderung des Fahrrads als tägliches und für den Stadtverkehr geeignetes Verkehrsmittel. Zudem wirkt es motivierend und aktivierend für überzeugte und noch zu überzeugende Radfans.

Am 8. Februar 2007 wurde der millionste Radfahrer seit Einführung des Fahrradbarometers gezählt. Diese erfreuliche Tatsache wurde mit einer kleinen Feier umrahmt.

Technische Daten
Das Herz der Fahrradzählstation ist ein Prozessor, der bei Durchfahrt eines Fahrrades die Impulse verarbeitet, die von den im Fahrradweg eingelassenen Induktionsschleifen ausgehen. Der Fahrradzähler verfügt in beiden Fahrtrichtungen über folgende Grundfunktionen:

  • Bei Durchfahrt eines Fahrrads wird der Jahreszähler jeweils um eine Einheit hochgezählt.
  • Gleichzeitig wird der Tageszähler um eine Einheit hochgezählt. Jeweils um 24.00 Uhr wird der Zähler wieder auf Null gesetzt.
  • Der Zähler vergleicht die Durchfahrtszahlen des laufenden Tages (bis 24.00 Uhr) mit den bisherigen Tagesdaten. Der "Spitzentag" wird (samt Datum) auf einem Laufdisplay angezeigt.
  • Die Durchfahrten pro Stunde werden 30 Tage lang in einer Datenbank gespeichert.

Es besteht überdies die Möglichkeit, auf dem Laufdisplay nach Belieben weitere Informationen anzuzeigen.

Im Jahr 2018 hat das Amt für Mobilität der Gemeinde Bozen  fünf neue Zählstellen am städtischen Fahrradwegenetz installiert. Die Anschaffung und Installation der neuen Zählgeräte ist eine Maßnahme zur Erhebung der Fahrradmobilität in der Stadt, die im Rahmen des EU-Projektes "Sinfonia" umgesetzt wird
Die Zählgeräte stehen an den Fahrradwegen in der Parmastraße, der Trieststraße, Dalmatienstraße, Drususallee und Claudia-Augusta-Straße und erfassen jedes vorbeifahrende Fahrrad in beiden Richtungen. Die Geräte zeigen visuell an, wie viele Radler am Tag sowie im Jahr, am jeweiligen Abschnitt des Radweges unterwegs sind. Die Durchfahrten werden außerdem an die Mobilitätszentrale der Stadt übermittelt, die dadurch das Fahrrad-Mobilitätsverhalten der BürgerInnen kapillar erfassen kann.

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