Fahrrad-Infrastruktur in Bozen

Der erste Radweg
Die Errichtung des ersten "richtigen" Radwegs in Bozen ist mehr oder weniger auf einen glücklichen Umstand zurückzuführen, als in den 80er Jahren die Bahnlinie Bozen-Meran verlegt wurde und die Stadtverwaltung nach Alternativen für die Nutzung des rechten Eisackufers suchte.

Nach einer heftigen Debatte, in der einige für die Erweiterung der angrenzenden Promenade und andere für den Bau einer weiteren Straße eintraten, wurde entschieden, am Rande der bestehenden Promenade einen Radweg zu schaffen.

Dieser günstig gelegene und zeitsparende Verbindungsweg zur Altstadt führte zu einer neuen Radbegeisterung. Immer mehr Bürgerinnen und Bürger verwendeten das Rad als Fortbewegungsmittel und stellten die Stadtverwaltung somit vor eine neue infrastrukturelle Herausforderung.

Flüsse, Schulen und Radwege: Entstehung eines Wegnetzes
Die Tatsache, dass Bozen von drei Flüssen durchzogen wird und sich ein Großteil der Schulen und Sportanlagen in der Nähe dieser Flüsse befand, gab den Anstoß zur Schaffung eines ersten Radwegnetzes, das auch heute noch das "Gerüst" des ganzen Wegsystems bildet.

Ausbau der Radwege: Das Rad als alternatives Verkehrsmittel
Jahr für Jahr wurden neue Radwege bzw. Rad- und Fußwege errichtet. Als Grundlage für den Ausbau des Wegnetzes diente ein großräumiger Plan, in dem sämtliche Schul-, Sport- und Erholungszonen ringförmig miteinander verbunden wurden.

Mit der Zeit entstand ein Radwegnetz, das nicht nur den Freizeitbedürfnissen der Bevölkerung entgegenkam, sondern es auch ermöglichte, den täglichen Schul- oder Arbeitsweg sicher mit dem Fahrrad zu hinterlegen.

Radwege auf den Straßen
Die Straßen einer Stadt sind meist nicht breit genug, um auch einen Radweg aufnehmen zu können. In Bozen wurde dieses Problem durch die Parkplatznot noch weiter verstärkt. Um die Fahrradmobilität jedoch weiter unterstützen zu können, mussten an einigen Straßen, die verkehrsstrategisch von besonderer Bedeutung waren, die Stellplätze am Straßenrand entfernt, anders angeordnet oder in den benachbarten Straßen - falls möglich - weitere Parkmöglichkeiten geschaffen werden.

Radwege in der Industriezone
Da in der Industriezone mehrere Industrieunternehmen aufgelassen und nach und nach Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe angesiedelt wurden, wurden zahlreiche für den Güterverkehr dienende Bahngleise nicht mehr gebraucht. Auf den frei gewordenen Flächen konnten daher weitere Radwege errichtet und dieser Stadtbereich an das bestehende Radwegnetz angebunden werden.

Die übergemeindlichen Radwege
Der neue Städtische Mobilitätsplan zeugt vom Bemühen der Stadtverwaltung, die Verwendung alternativer Verkehrsmittel und damit natürlich auch von Fahrrädern zu fördern. Dabei sollte aber auch der Freizeitaspekt nicht außer Acht gelassen werden. Aus diesem Grund wurden in Zusammenarbeit mit einigen Nachbarorten mehrere Maßnahmen gesetzt, um die Gemeinden über die Radwege miteinander zu verbinden.

Derzeit verfügt die Stadt Bozen über ein insgesamt 50 km langes Radwegnetz. Für 29% (jährlicher Durchschnittswert) aller Strecken wird das Fahrrad verwendet.