Seite empfehlen  Ihr Kommentar  Seite drucken

"Georg Trakl: Ein verzweifelter Ruf nach Freiheit"

Universitätsbibliothek - Universitätsplatz 1

Vortrags- und Diskussionsveranstaltung

03.11.2014

18.00 Uhr - Eintritt frei

Friedenszentrum (Bild: , 59 Kilobyte, 170 x 133 pixel)
 

Mit:

  • Giorgio Luzzi, einer der berühmtester Dichter in Italien.
  • Sigurd Scheichl, österreichischer Literaturwissenschaftler und Hochschullehrer. War Vorstand des Instituts für Germanistik an der Universität Innsbruck.
  • Lesungen: Lorenzo Merlini
  • Einführung: Leopold Steurer

(Mit Simultanübersetzung)

Gerade am Todestag (3.11.1914) des Lyrikers Georg Trakl behandeln wir die Weltanschauung des Lyrikers, der durch die Wirren des Krieges, seiner Ideale des Frieden und der Völkerverständigung keine innere Ruhe fand. Sein Werdegang als Dichter ist eng mit Innsbruck verbunden. Hier wurde er durch Ludwig v. Ficker gefördert, hier hat er zeitweise gelebt und gearbeitet.

Georg Trakl (3. Februar 1887 in Salzburg - 3. November 1914 in Krakau, Galizien) wuchs als fünftes von sieben Geschwistern. Verbrachte seine Kindheit und Jugendzeit in Salzburg, wo er zusammen mit seinen Geschwistern von einer französischen Gouvernante aufgezogen wurde. Zu dieser Zeit kommt Trakl erstmals mit französischer Literatur in Kontakt, die noch sein späteres Gesamtwerk prägte. Vor allem Einflüsse von Arthur Rimbaud und Charles Baudelaire sind in Trakls literarischem Schaffen deutlich zu erkennen.
Zu seiner viereinhalb Jahre jüngeren Schwester Margarethe, genannt Gretl, entwickelte sich eine innige Beziehung. Trakl sah in ihr ein Abbild seiner selbst.
Von 1897 bis 1905 besuchte er das humanistische Staatsgymnasium in Salzburg. Ende März 1906 wurde Trakls Theaterstück "Totentag", im September 1906 "Fata Morgana" im Salzburger Stadttheater uraufgeführt. Die beiden Einakter fanden aber wenig Anklang, weshalb der Dichter sie bald darauf vernichtete. Im selben Jahr erscheint auch die Prosa "Traumland. Eine Episode" in der Salzburger Volkszeitung. Am 26. Februar 1908 wurde mit "Das Morgenlied" das erste Gedicht Trakls in der Salzburger Volkszeitung veröffentlicht. Im selben Jahr schloss er das Apothekerpraktikum ab und begann am 5. Oktober in Wien Pharmazie zu studieren.
Nach dem Tod des Vaters 1910 geriet die Familie in finanzielle Schwierigkeiten. Trakl graduierte dennoch als Magister der Pharmazie und trat kurz danach als Einjährig-Freiwilliger in den Militärdienst bei einer Sanitätsabteilung in Wien ein. Zu dieser Zeit verfiel Trakl immer mehr in Depression. Damals gelang ihm jedoch auch ein dichterischer Durchbruch in eine reifere, schwermütige Lyrik, die sein Werk ab diesem Zeitpunkt charakterisieren sollte. Nach dem Ende seines Militärjahres versuchte er als Apotheker Fuß zu fassen, was ihm jedoch nie richtig gelang, ihn 1911 aber nach Innsbruck führte. Durch seinen Jugendfreund Erhard Buschbeck lernte Trakl dort 1912 auch seinen großen Förderer Ludwig von Ficker kennen, in dessen renommierter Halbmonatszeitschrift Der Brenner seine Gedichte von nun an regelmäßig veröffentlicht wurden. Außerdem entwickelten sich Bekanntschaften zu einigen wichtigen Personen der österreichischen Literatur- und Künstlerszene, darunter Karl Kraus, Adolf Loos und Oskar Kokoschka.
Im August 1914 brach der Erste Weltkrieg aus. Trakl wurde als Militärapotheker ins Heer einberufen. Trakl erlebte die Schlacht bei Grodek mit. Dabei hatte er fast einhundert Schwerverwundete unter schlechten Bedingungen allein und ohne zureichendes Material zu versorgen. Zwei Tage und zwei Nächte arbeitete er in dem Lazarett, das später in der Presse als eine der "Todesgruben von Galizien" bezeichnet wurde. Trakl hatte keine Möglichkeit, den Sterbenden zu Hilfe zu kommen, was ihn in Verzweiflung stürzte. Nach dem Zeugnis seiner Vorgesetzten waren eine halbe Stunde vor der Schlacht dreizehn Ruthenen auf Bäumen vor dem Zelt gehängt worden. Trakl erlitt daraufhin einen Nervenzusammenbruch. Im gleichnamigen Gedicht Grodek verarbeitete Trakl wenige Tage vor seinem Tod am 3. November 1914 seine Kriegserfahrung. Nach Theo Buck beschwört Trakls letztes Gedicht "die grellen Umrisse einer Abendlandschaft als Totenlandschaft".
Trakl wurde vom Versuch, sich zu erschießen, durch Kameraden abgehalten und nach einem Fluchtversuch wurde er zur Beobachtung seines Geisteszustandes in ein Krakauer Militärhospital eingewiesen. Am Abend des 3. November 1914 starb er dort nach Einnahme einer Überdosis Kokain an Herzstillstand.

Anlagen:

Artikel teilen:
 
  • Home
  • >Stadtleben
  • > Termine
  • > "Georg Trakl: Ein verzweifelter Ruf nach Freiheit"
Stadt Bozen - Rathausplatz 5 - 39100 Bozen - Telefonzentrale: 0471 997111 – Steuernr./MwSt.: 00389240219 - E-Mail: aboe@gemeinde.bozen.it - PEC: bz@legalmail.it ::