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Europäischer Tag des Denkmals 2010

26.09.2010

Die Stadt Bozen stellt die Achse zwischen der Bindergasse und dem Bahnhof in den Mittelpunkt des Interesses. Kostenlose Führungen zu den Kunstdenkmälern.

Europäischer Tag des Denkmalschutzes (Bild: jpg, 33 Kilobyte, 495 x 303 pixel)
 

Im Jahr 1991 hat der Europarat die Europäischen Tage des Denkmals (ETD) ins Leben gerufen, die ab 1999 zu einer gemeinsamen Initiative des Europarats und der EU-Kommission wurden.
In ganz Europa können Besucher an den Wochenenden im September im Rahmen der Denkmaltage zahlreiche Sehenswürdigkeiten und Denkmäler besichtigen, darunter auch einige, die der Öffentlichkeit sonst nicht zugänglich sind.
Die Stadt Bozen stellt die Achse zwischen dem Landesfürstlichen Amtshaus in der Bindergasse (heute Naturmuseum) und dem Bahnhof in den Mittelpunkt des Interesses.

Die Nord-Süd-Achse, die vom maximilianischen "Amtshaus" (dem heutigen Naturmuseum Südtirol) bis zum Bahnhofsgebäude führt, ist dicht mit Gebäuden bestückt, die von hoher Bedeutung für Bozens Stadtgeschichte sind.

Binder- und Weintraubengasse
Auf dem berühmten Stadtplan von Ludwig Pfendter von 1607 ist sie genau zu sehen - die Nord-Süd-Achse der Binder- und Weintraubengasse. Als wichtige innerstädtische Querverbindung schloss sie seit dem Mittelalter den städtischen Kernbereich der Lauben an ihrer Ostseite ab. Wie viele öffentliche Wege war sie von einem offenen Bachlauf, der Stadtwiere oder Ritsche, einer Ableitung des städtischen Mühlbach, durchflossen. Die Wasserversorgung erfüllte mehrere Zwecke, nicht zuletzt den der Müllbeseitigung und der Bekämpfung der stets drohenden Brandgefahr. Vor allem in der Bindergasse war in früherer Zeit die bedeutendste Bozner Handwerkerzunft, das Gewerbe der Fassbinder, massiv vertreten, so dass der alte Name Wangergasse (auch Wagnergasse), der sich den Edelfreien von Wangen verdankte, mit der Zeit abgekommen war. Erst 1914 öffnete der Durchbruch am Amonnhaus die Straßenachse mittig Richtung Zollstange-Zwölfmalgreien und trug damit der Expansion Altbozens Rechnung.

  • Landesfürstiches Amtsgebäude. Das "neue" Amtshaus des Tiroler Landesfürsten König Maximilian I. wurde in den Jahren 1500-1512 in den Stilformen der süddeutschen Spätgotik errichtet. Heute ist das Gebäude Sitz des Naturmuseums Südtirol.
  • Weisses Rössl. Mittelaterlicher Bau und historisches Gasthaus. Fassadenmalerei von Albert Stolz, 1912.
  • Gasthof Mondschein. Historischer Gasthof, in dem zu Beginn des 19. Jahrhunderts auch Andreas Hofer residierte. Im Eingangsbereich Gemälde von Rudolf Stolz, im ersten und zweiten Stock Stuckdecken aus dem 17. Jahrhundert. 
  • Rathaus. Das sogenannte "Neue Rathaus" wurde 1904-1907 anstelle des Wirtshauses "Zum Anker", in dem ein mittelalterlicher Stadtturm verbaut war, nach Plänen des Stadtarchitekten Wilhelm Kürschner und des Münchner Architekten Karl Hocheder in neubarocken Stilformen errichtet. Den großen Sitzungssaal schmückt ein allegorisches Deckenfresko von Gottfried Hofer.

Laurinstraße
Die kurze Verbindung hat es in sich, liegen an ihr doch Bozens Prachthotel, der namengebende "Laurin", 1910 von den Gebrüdern Ludwig aus München erbaut, und das Hauptgebäude der Südtiroler Landesmacht, das klassizistische Palais Widmann, 1885 von Sebastian Altmann errichtet und 1929 als damaliger Präfektursbau erweitert. Die Bahnhofsnähe ist das Bauprinzip der Straße - seit 1859/60 der neue Bahnhof Bozen-Gries die Verbindung nach Verona und ab 1867 die Brennerbahnlinie bediente, kam Leben in das verkrustete Altbozen. Entlang der "verlängerten Weintraubengasse" entstand so nach und nach Bozens Hotelmeile, auch wenn das ehemalige Hotel Bristol 1961 einem Zweckbau weichen musste. Es hatte seinerseits den mittelalterlichen Ansitz Niederhaus verdrängt. In Bozens Straßennamen spiegelt sich häufig Südtirols Zeitgeschichte: So hieß die Verbindung ursprünglich Franz-Joseph-Straße, kurzzeitig auch Andreas-Hofer-Straße, seit der faschistischen Machtergreifung Straße des 28. Oktober (dem Tag des Mussolini-Marsches auf Rom), seit 1929 Via del Littorio, seit 1943 Via Tiziano - und trägt erst seit 1949 den Namen des sympathischen Zwergenkönigs.

10.00, 11.15, 15.00, 16.15 Uhr > Führungen auf italienisch
10.15, 11.30, 15.15, 16.30 Uhr > Führungen auf deutsch
Die Führungen dauern jeweils ca. 1 Stunde.

Der Parcours führt vom Naturmuseum Südtirol zum Bozner Bahnhof, entlang Binder- und Weintraubengasse sowie Laurinstraße.
Ausgangspunkt: Bindergasse 1 (Naturmuseum Südtirol)
Endpunkt: Bahnhofsplatz (Bozner Bahnhof)

Der Verein 5 Sensi-Sinne organisiert darüber hinaus Führungen der etwas "gemütlicheren" Art nach dem "Slow"-Gedanken für Personen mit besonderen Bedürfnissen in verschiedenen Lebenslagen.
Die geführten Rundgänge finden bei Bedarf von 10-12 und von 15-17 Uhr statt. Der Ausgangspunkt befindet sich in der Bindergasse.

Infos:
Amt für Museen und kunsthistorische Kulturgüter
kulturgueter@gemeinde.bozen.it
Tel. 0471 997 581/697

Credits:
Ministero per i Beni e le Attività Culturali
Stadt Bozen (Assessorat für Kultur, aktives Zusammenleben, Umwelt und Changesgleichheit, Amt für Museen und Kulturgüter, Stadtarchiv und Stadtmuseum).

Anlagen:

Europäischer Tag Denkmals 2010 - Stadtplan von Ludwig Pfendter (Bild: jpg, 295 Kilobyte, 1024 x 817 pixel)

Der berühmte Bozner Stadtplan von Ludwig Pfendter (1607)

Europäischer Tag Denkmals 2010 - Ansichtskarte (Bild: jpg, 190 Kilobyte, 957 x 605 pixel)

Ansichtskarte von 1917: Stadtpark, Pfarrkirche und die Hotels Laurin und Bristol

 
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