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Männer oder Wendehälse?

Rasmos Temperament in Sachen Denkmalschutz geht aus einem Schreiben an den Architekten Rusconi, den vormaligen Oberintendanten in Trient, gut hervor. Rasmo protestiert gegen eine Einmischung des italienischen Kulturministeriums in eine Angelegenheit des Denkmalschutzes, wobei seine Position offensichtlich übergangen worden war (die Vorgeschichte ist nicht genau dargelegt, weshalb man sie nur ansatzweise aus dem Kontext erschließen kann). Er schreibt: 
"Ich muss mich in Geduld üben: Leider bin ich zu alt, um das Rückenmark leichtfertig durch Kautschuk zu ersetzen. Sollte das Ministerium endgültig davon überzeugt sein, dass es mich nicht mehr braucht, sollte es die Konsequenzen ziehen und mich meines Amtes entheben. Wenn ich jedoch dem Ministerium einen Rat geben darf, dann jenen, zu bedenken, dass ein harter Schädel manchmal zwar unbequem sein kann, in schwierigen Situationen jedoch stets ausgezeichnete Dienste leistet und an Arbeit gewöhnt ist, ohne die eigenen Kräfte zu schonen und persönlich dafür gerade zu stehen, wenn es erforderlich ist. Sie sagen mir, dass es sich nur um eine Bagatelle handelte. Und sie haben Recht: Der ... mit seinem Sieg wird mehr bekommen als nur das von mir Gewährte, ein Kämmerchen vielleicht. Aber war es unbedingt notwendig, dass das Ministerium wegen solch einer Kleinigkeit einen ihrer Beamten verleugnen und entmutigen musste? Ist sich das Ministerium denn nicht bewusst, dass aufgrund solcher Vorgangsweisen seine besten Konservatoren an die Universität gegangen sind? Und dass es für die schlechtesten von ihnen bequemer war, sich vor der Verantwortung zu drücken, der Last der Arbeit zu entziehen und im Ministerium zu Inspektoren zu werden, um die Arbeit ihrer Kollegen zu kontrollieren und deren Prestige und Einsatz zu beschädigen? Dass andere (wie Sie etwa) frühzeitig angeekelt in Rente gehen? Wen will das Ministerium denn in seinen Diensten haben, Männer oder Schlappschwänze?... Und sagen Sie nicht, dass ich übertreibe, Sie werden solange leben, dass auch Sie mir Recht geben werden".

(Quelle: Schriftgut, Schachtel 21)
 

 

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