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Hs. 2713 - das "Bozner Bürgerbuch"

Hs. 2713 ("Bozner Bürgerbuch") vor der Restaurierung (Bild: , 572 Kilobyte, 664 x 444 pixel)

 

Im Jahr 2013 hat das Stadtarchiv Bozen die behutsame Restaurierung eine seiner bedeutsamsten Handschriften, des "Bozner Bürgerbuchs" von 1551-1760 (Hs. 2713), veranlasst. Anlass hierfür war der Umstand, dass der Kodex aufgrund starker Beanspruchung in früheren Jahrhunderten zahlreiche Beschädigungen aufwies. Diese Beeinträchtigungen betrafen sowohl die Bindung wie den Buchblock - eine zertifizierte Restaurierwerkstatt hat den Kodex nunmehr in aufwändiger Arbeit auf Vordermann gebracht.

Die Aufzeichnungen enthalten nicht weniger als 5.160 Einzelnennungen, die sowohl Bürger- wie Inwohneraufnahmen aus über 200 Jahren umfassen. Die Vermerke beinhalten vielfach auch Herkunfts- und Berufsangaben, so dass sie eine äußerst tragfähige Basis für eine sozial- und wirtschaftsgeschichtliche Rekonstruktion der vormodernen Bozner Lebenswelten bieten. Besonders stark treten dabei die erhöhte Migration und Mobilität des wirtschaftlich besonders aktiven Teils der Stadtbevölkerung hervor.

Die Handschrift selbst besteht aus 340 Blättern, die einen einheitlichen Seitenspiegel von 32 : 21 cm aufweisen und in einen zeitgenössischen Ledereinband mit Streichreisenlinien eingebunden sind. Auf ein altes Namenverzeichnis (1578-1708, von der Hand des Ratsschreibers Paul Falser) und den Text der Bürger- und Inwohnereide (fürhalt der burgerrecht; fürhalt der inwonner) folgen die nach Jahren protokollarisch geordneten Einzelaufnahmen der Bürger und Inwohner Bozens.

Die erste Nennung von 1551 betrifft einen gewissen Jörg Nürnberger, von Beruf Kürschner und aus Dinkelsbühl in Mittelfranken (Bayern) gebürtig. Die letzte im Bürgerbuch verzeichnete Aufnahme von 1760 gilt Sebastian Krißmayr aus Imst im Tiroler Oberland, auch er dem verarbeitenden Gewerbe der Kürschner zugehörig. Die erste namentlich genannte Frau unter den überwiegend männlichen Listen ist Lucia Frisch(in), eine Witwe, die 1590 ohne nähere Zusätze aufscheint.

Dank der zwischen 1929 und 1956 bewerkstelligten Edition des Bozner Bürgerbuchs und verwandter Quellen aus der sonstigen kommunalen Überlieferung durch die Bozner Historiker Rudolf Marsoner, Karl Maria Mayr, Karl Theodor Hoeniger und Josef Blaas ist das Material der Forschung bereits seit langem zugänglich (s. Literaturliste). Dessen erhebliche sozial- und wirtschaftsgeschichtliche Bedeutung wurde bereits in einer 1948 veröffentlichten Studie von Franz Huter herausgearbeitet.

Ein Restaurierungsbericht dokumentiert die einzelnen Arbeitschritte zur Instandsetzung der Bozner Handschrift 2713.

 

Literaturliste:

 
Cod. 2713 ("Bozner Bürgerbuch") nach der Restaurierung (Bild: , 612 Kilobyte, 723 x 481 pixel)

Hs. 2713 ("Bozner Bürgerbuch"), Blätter vor der Restaurierung (Bild: , 469 Kilobyte, 687 x 475 pixel)

Hs. 2713 ("Bozner Bürgerbuch"), Blätter nach der Restaurierung (Bild: , 391 Kilobyte, 603 x 475 pixel)

 
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