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Bozen und die "Belle Époque"

Das Jahrhundert vom Ende der Napoleonischen Kriege bis zu den verheerenden Ereignissen des Ersten Weltkrieges war für Tirol und die Stadt Bozen eine friedliche Zeit.

Die militärischen Auseinandersetzungen zwischen dem Kaiserreich Österreich und dem entstehenden italienischen Königreich vor allem in Oberitalien hatten auf Bozen keine unmittelbaren Auswirkungen. Die Ereignisse waren zu weit weg, als dass sie die Stadtbevölkerung direkt betroffen hätten; wohl berührten sie die Bozner aber auf einer emotionalen Ebene.
In diesem Jahrhundert verbesserten sich die Lebensbedingungen für die Bevölkerung merklich.

Es handelte sich um ein Jahrhundert, das von Optimismus und spürbaren Verbesserungen der Lebensbedingungen in der Stadt geprägt war. Der allgemeine Fortschritt der Technik und der Wissenschaft im Europa des 19. Jahrhunderts wirkte sich auch positiv auf unser Gebiet aus. Eine Reihe von Gesetzgebungsinitiativen, von denen jene im Anschluss an die Revolution von 1848 am bedeutendsten waren, sorgten für eine Modernisierung von Gesellschaft und Politik und gestalteten sie merklich demokratischer.

In der österreichischen Territorialstadt herrschte ein Klima des Fortschritts und des wirtschaftlichen Aufschwungs, das auch mit den Investitionen im Transportwesen, mit der Errichtung militärischer Infrastrukturen und mit der Entwicklung des Fremdenverkehrs zusammenhing.

Um 1900 war Bozen eine kleine Stadt mit knapp 14.000 Einwohnern (13.904 laut der Zählung vom 31. Dezember 1900), das Stadtgebiet umfasste gerade einmal 0,69 km2.
Bozen grenzte an die damals selbständigen Gemeinden Gries (4.271 Einwohner auf 18,42 km2) und Zwölfmalgreien (5.346 Einwohner auf 33,12 km2). Der Bevölkerungszuwachs allerdings war beträchtlich: 1910, 10 Jahre später, hatte Bozen 14.386, Gries 6.298 und Zwölfmalgreien sogar 9.436 Einwohner.
Die Stadt Bozen war rundum eingekesselt, im Süden und Westen von Talfer und Eisack, im Norden und Osten von der weitläufigen Landgemeinde Zwölfmalgreien. Die räumliche Einengung veranlasste die Stadtverwaltung, im Laufe des 19. Jahrhunderts einige öffentliche Einrichtungen auf Grund und Boden der beiden angrenzenden Gemeinden zu errichten. Die Stadterweiterung wurde einer der zentralen Punkte im politischen Programm von Bürgermeister Julius Perathoner (1895-1922). Erst 1910 versuchte man dieser Zwangslage mit der Eingemeindung Zwölfmalgreiens offensiv zu begegnen.

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