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Buchvorstellung

Die Buchvorstellung im Alten Rathaus  (Bild: jpg, 126 Kilobyte, 640 x 424 pixel)

 

Am 11. Juni 2008 war es soweit: Band 2 des ambitionierten Forschungsprojekts "Bozen Süd - Bolzano Nord" konnte einem aufmerksamen Publikum vorgestellt werden. Die Publikation macht die Schriftgutbestände der Stadt Bozen aus dem 15. Jahrhundert zugänglich. 450 ausführliche Inhaltsangaben in Regestenform erschließen die kommunale Urkunden- und Aktenüberlieferung von 1401 bis 1500. Mehrere Gesamtregister zu beiden Bänden (Band 1 war bereits 2005 erschienen) gewährleisten die Benutzbarkeit der Edition. Das Material verdeutlicht die intrakulturelle Mittlerposition des städtischen Raumes in der Vormoderne, der Vorteile aus seiner Gunstlage am Schnittpunkt der Kultursysteme Deutschland und Italien zog. Besonders ab der Mitte des 15. Jahrhunderts tritt die starke habsburgische Förderung des Bozner Zentralortes an der Südgrenze von österreichischer Herrschaft und Reichsgebiet hervor. Der demografisch, soziologisch und ökonomisch fassbare Aufstieg geht zwar nicht allein in der überkommenen Schriftlichkeit auf, doch gibt die Vielfalt der Quellen deutliche Hinweise auf die neue Qualität kommunaler Herrschafts- und Sozialbeziehungen.
Bozen ist damit die erste Stadt des Raumes Trentino-Südtirol-Tirol, das ein nach modernen wissenschaftlichen Grundsätzen bearbeitetes Urkundenbuch besitzt. Besonders erfreulich sind drei Aspekte: zum einen handelt es sich um ein "offenes" Projekt, dem entsprechend der Komplexität des Themas und der Vielgestaltigkeit des Archivmaterials weitere Veröffentlichungen folgen werden. Zum anderen ist das Ergebnis mehr als eine nüchterne Quellensammlung - das weitgespannte Forschungsprojekt "Bozen Süd - Bolzano Nord" verspricht auch zentrale kulturgeschichtliche Erkenntnisse, die dem europäischen Charakter der Archivbestände und der städtischen Geschichte Bozens gerecht werden.
Die Buchvorstellung wurde von Referaten der Professoren Hans Heiss (Universität Innsbruck, PDF) und Gian Maria Varanini (Universität Verona, PDF) bereichert, die auch für das wissenschaftliche Netzwerk stehen, in das die Bozner Forschungstätigkeit eingebunden ist.

Anlagen:

 
Stadtrat Repetto, Autor Obermair, Direktorin Spada, die Professoren Varanini und Heiss (von links) (Bild: jpg, 109 Kilobyte, 640 x 424 pixel)

 
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