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Heft Nr. 2/2009

Beobachtungsstelle, Sozialpolitik und Lebensqualität (Bild: jpg, 21 Kilobyte, 440 x 640 pixel)

Heft Nr. 2 2009

 

Die Einrichtung der Beobachtungsstelle Sozialpolitik geht auf die Vorgaben des Sozialplans 2004-2006 zurück. Vorrangige Aufgabe der Beobachtungsstelle ist die systematische Erfassung, Analyse und Bewertung der sozialpolitischen Maßnahmen der Gemeinde Bozen. In ihrem zweiten Tätigkeitsjahr fokussierte die Beobachtungsstelle ihre Forschungsaktivitäten auf vier große Themenbereiche, die vom Stadtrat vorgegeben wurden. Die Ergebnisse dieser Studien werden in diesem zweiten Heft präsentiert.
Folgende vier Themenbereiche wurden im Laufe des zweiten Tätigkeitsjahres untersucht:

  1. Die Umfrage zum Thema Bullying oder Mobbing an Schulen hat gezeigt, dass das Sozialverhalten der Kinder und Jugendlichen innerhalb ihrer Peergroup im Allgemeinen positiv zu bewerten ist und wenig Anlass zur Sorge gibt. Konkret entsprechen die Ergebnisse der Erhebung überwiegend den Ergebnissen anderer Studien zum selben Thema auf nationaler Ebene.
     
  2. Die Studie zum Thema Internet- und Handynutzung unter Jugendlichen. Im Zuge der Prävention müssen die Entwicklungen auf allen Verantwortungsebenen (Politik, Verwaltung, Gesellschaft, Familie, Schule usw.) aufmerksam verfolgt werden, um der problematischen Nutzung dieser Kommunikationsinstrumente Einhalt zu gebieten.
     
  3. Die quantitative Studie über die Teilhabe der Migrantinnen und Migranten am sozialen Leben der Stadt ist eine Fortführung der entsprechenden qualitativen Studie aus dem ersten Heft der Beobachtungsstelle. Diese Studie sollte Klarheit darüber verschaffen, wie weit die Beteiligung der Migrantinnen und Migranten in den verschiedenen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens bisher gediegen ist und ob der eingeschlagene Weg auch weiterhin beschritten werden soll. Wie die Ergebnisse der Studie zeigen, bedarf es systematischer Maßnahmen zur Inklusion und zur Verfestigung des sozialen Zusammenhalts. Darüber hinaus brauchen wir eine Zukunftsvision, in der wir uns damit auseinandersetzen, wie wir die Vielfalt der Kulturen leben möchten, eine Zukunftsvision, aus der entsprechende Zielvereinbarungen, Aktivitäten, Ressourcen sowie Evaluierungs- und Monitoringprozesse entstehen können.
     
  4. In der Studie zur Häuslichen Pflege geht es um die Betreuung von älteren Menschen oder von Menschen mit Behinderung durch pflegende Angehörige. Dieses Thema wurde bereits im letzten Jahr im Rahmen der quantitativen Studie zur sozialen Vulnerabilität angeschnitten. Auf der Grundlage der Ergebnisse dieser Studie wurde beschlossen, das Thema der häuslichen Pflege durch eine qualitative Untersuchung zu vertiefen. Befragt wurden Angehörige von pflegebedürftigen Seniorinnen und Senioren und von Menschen mit Behinderung. Die Auswertung der Antworten hat erheben, dass es zwischen den beiden Befragtengruppen recht große Schnittmengen gibt. Gemeinsam ist den Befragten etwa der Wunsch, Hauptpflegepersonen zu bleiben, sowie ihr Vertrauen in die Entlastungseinrichtungen und ihre Anerkennung der Entlastungsdienste als eine wichtige Stütze. Außerdem wünschen sich beide Befragtengruppen ein flexibleres Betreuungssystem und mehr Informationen über das Betreuungsangebot. Was die beiden Befragtengruppen von einander unterscheidet, ist das Bild, das sie von der Zukunft haben. Während für die pflegenden Angehörigen älterer Menschen die Schwierigkeit in der offensichtlichen "Endlichkeit" der Lebens- und Betreuungsphase liegt, leben die Angehörigen von Menschen mit Behinderung in ständiger Sorge darüber, was "sein wird, wenn wir einmal nicht mehr da sind".

Anlagen:

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